London, aber günstig!
London ist in meinen Augen die interessanteste Stadt Europas. Die schlechte Nachricht dabei: London gehört auch zu den teuersten Städten Europas!
Das sollte einen aber nicht davon abhalten nach London zu reisen, denn die gute Nachricht gleich hinterher: Es gibt genug Dinge zu sehen und zu tun, die entweder komplett kostenfrei oder aber wirklich günstig sind. Covent Garden, Big Ben mit Westminster Abbey (von außen), Tower Bridge, British Museum, Piccadilly Circus oder Trafalgar Square beispielsweise sind alles Londoner Wahrzeichen, die es gratis gibt! Und das ist erst der Anfang!
Hier habe ich ein paar Tipps, für einen echten Low Budget Trip in Englands Hauptstadt.
Museen
Wirklich großartig in England ist, dass staatliche Museen kostenlos sind (zumindest die Dauerausstellungen, Sonderausstellungen kosten üblicherweise Eintritt). Dazu zählen so weltbekannte Hochkaräter wie das British Museum, das Natural History Museum, das Victoria & Albert Museum (V&A), das Science Museum, die National Gallery, die Tate Britain und Tate Modern.
Derzeit wird in England darüber diskutiert, ob man sich diesen Luxus, der seit 2001 gilt, noch leisten kann und will oder ob von internationalen Touristen zukünftig wieder Eintritt verlangt werden soll. Noch gilt die Regelung allerdings!
Um sicher zu stellen, dass die Warteschlangen nicht ins Unendliche gehen, wird vorab eine Online-Reservierung für ein bestimmtes Zeitfenster empfohlen.



Das Victoria&Albert Museum lohnt den Besuch schon wegen seiner spektakulären Räumlichkeiten (allein die Treppenhäuser!). Eine der Sachen, die mir an London am besten gefallen, ist das dichte Nebeneinander von Alt und Modern. Eins von (unzähligen) Beispielen dafür ist das moderne Sackler Wing Café im Hof des V&A Museums im Gegensatz zu den historischen Räumlichkeiten des V&A Cafés im Inneren des Museums.
Die Tate Britain bietet Britische Kunstgeschichte von 1500 bis heute, die Tate Gallery of Modern Art (kurz Tate Modern) ist eines der weltweit führenden Museen für moderne und zeitgenössische Kunst (von 1900 bis heute) und zeigt Meisterwerke von Picasso, Cézanne, Matisse, Rothko, Dalí und Warhol.
Ganz nebenbei punktet das Café/Restaurant der Tate Modern auch noch mit einem phänomenalen Blick aufs Wasser und die gegenüber liegende St. Paul’s Cathedral. Es ist okay nur einen Tee zu trinken. Also keine Scheu! 😉 Wer dennoch nicht einkehren, aber auf die Aussicht nicht verzichten möchte, dem sei die Aussichtsplattform im obersten Stock empfohlen.
Das British Museum lohnt natürlich in erster Linie wegen seiner großartigen, umfangreichen Ausstellung, klar, aber unbedingt auch wegen der von Norman Foster entworfenen Dachkonstruktion der Halle. Ein architektonischer Leckerbissen (und ein weiteres Beispiel für die Nummer mit Alt&Neu).



Ein im Mai 2025 frisch eröffnetes Museum gibt es auf dem ehemaligen Olympia Gelände im Stadtteil Hackney Wick: das V&A East Storehouse. Es ist kein Museum im herkömmlichen Sinn, sondern ein neuartiges, frei zugängliches Schaudepot des Victoria and Albert Museums, in dem auf 16.000qm über 250.000 Objekte – von Mode bis zu antiken Möbeln – gelagert und ausgestellt werden. Auch hier ist der Eintritt frei.

Moderne Architektur-Highlights
Wer Sinn für moderne Architektur hat, kommt in London voll auf seine Kosten. In den vergangenen Jahren hat sich die Skyline von London gewaltig verändert. Immer neue, hochmoderne Wolkenkratzer kommen hinzu, meist von der Crème de la crème internationaler Architekten entworfen.
Norman Foster beispielsweise hat das Londoner Stadtbild entscheidend geprägt. Zu seinen bekanntesten Bauwerken gehören der Wolkenkratzer The Gherkin (offiziell 30 St Mary Axe), die Millennium Bridge und die (ex-)City Hall in Southwark The Onion.
Oder Renzio Piano, der mit The Shard das höchste Gebäude des Vereinigten Königreichs entworfen hat. Das Gebäude mit der pyramidenförmigen Glasfassade dominiert den Stadtteil Southwark.






Oder das ikonische Walkie Talkie (offiziell 20 Fenchurch Street) von Rafael Viñoly und The Leadenhall Building (The Cheese Grater, dt. Käsereibe) von Richard Rogers oder The Scalpel (52 Lime Street) von Kohn Pedersen Fox.
Lloyd’s of London hat seinen Sitz in der Lime Street 1. Das Gebäude gewann 1988 den RIBA Regional Award. Von dem kleinen Platz davor schafft man „sechs (Hochhäuser) auf einen Streich“ bzw. auf ein Foto! 😉

Und das waren jetzt nur die Wolkenkratzer aus der City of London (Finanzviertel). Im Osten der Stadt, genauer in Canary Wharf (Isle of Dogs), gibt es ein weiteres Ballungszentrum mega-moderner Hochhäuser. Hier ist ein ganzes Stadtviertel neu entstanden.
Gleiches gilt für Nine Elms, ein ehemaliges Industriegebiet am Südufer der Themse, zwischen Vauxhall und Battersea, direkt gegenüber von Pimlico und Chelsea. Das Viertel zählt zu einem der größten urbanen Regenerationsprojekten Europas. Hauptanziehungspunkt ist die umgebaute Battersea Power Station. Architekten wie Frank Gehry, Norman Foster und Rafael Viñoly waren an der Neugestaltung des Battersea-Areals beteiligt.



Absolut sehenswert ist auch die neu gestaltete Halle (Western Concourse) im Bahnhof King’s Cross. Sie wurde von Architekt John McAslan (+Partners) zu den Olympischen Spielen 2012 entworfen. Ein Highlight ist auch der King’s Cross Tunnel, der den Bahnhof mit dem neuen Szeneviertel Coal Drops Yard verbindet.



Und das alles gibt es gratis zum Angucken!
Aussichtspunkte
London hat eine ganze Reihe toller Aussichtspunkte, von denen man die Skyline sehen kann. Manche kosten (viel) Geld, wie zum Beispiel Battersea Power Station oder The Shard. Aber es gibt gleich mehrere, die kostenlos eine ebenso spektakuläre Aussicht bieten.
Sky Garden
Die bekannteste Aussichtsplattform ist wohl die des Sky Gardens im Walkie Talkie (20 Fenchurch Street). Der „höchste öffentliche Garten der Stadt“ mit Palmen und großen Glasfronten ermöglicht auf 160 Metern Höhe eine atemberaubende 360-Grad-Sicht auf die umliegenden Hochhäuser, die Themse und auf das am anderen Ufer gelegene The Shard. Spektakulär!
Eigentlich unbegreiflich, dass der Eintritt kostenlos ist… Egal, nicht wundern, lieber freuen! Allerdings erfordert es ein klein wenig Planung, denn – natürlich – ist man hier nicht allein. Jeder Besucher in London möchte dieses Highlight erleben. Daher bedarf es einer Online-Reservierung für ein vorgegebenes Zeitfenster. Anstehen muss man dennoch, auch wegen der Sicherheitskontrollen.

The Post Building Roof Garden
Einen anderen (gratis-) Blick auf die Stadt hat man vom The Post Building Roof Garden, einem Dachgarten im 9. Stock.
Hier ist deutlich weniger los und man braucht keine Reservierung. Aber man benötigt seinen Pass (oder anderen amtlichen Lichtbild-Ausweis) zur Registrierung vor Ort und muss durch eine Sicherheitsschleuse.
Der Garten wirkte auf mich wie eine Art „Geheimtipp“, obwohl ich bei Instagram davon las. Ich dachte immer, dass alles, was dort gezeigt wird, automatisch übervölkert ist…
Das Post Building befindet sich in der Museum Street 100 im Stadtteil Holborn (nahe U-Bahn Holborn oder Tottenham Court Road) und ist wochentags von 10 bis 16 Uhr geöffnet.



One New Exchange Rooftop Terrace
Noch mehr gehypt bei Insta ist die Rooftop Terrace des Einkaufszentrums One New Change. Auch von hier hat man eine wundervolle Aussicht auf die Stadt, mit besonderer Nähe zu St. Paul’s Cathedral. Und auch diese Aussicht ist komplett kostenlos!
Per Glas-Aufzug kommt man die in der 6. Etage gelegene Terrasse (in etwa 35 Meter Höhe). Die Fahrt mit dem Fahrstuhl hat mir der Insta-Algorithmus wohl am häufigsten gezeigt, als ich mit der Planung meiner letzten London-Reise befaßt war. Insofern war ich angenehm überrascht, dass erstaunlich wenig los war. Das mag an einem warmen Sommerabend anders sein… (?!)


Duck & Waffle im Heron Tower
Ebenfalls großartig ist die Aussicht vom Duck & Waffle Restaurant im 40. Stock des Heron Tower (110 Bishops Gate). Eine Reservierung ist dringend anzuraten. Das Restaurant hat 24 Stunden geöffnet (!), tagsüber ist es meist ausgebucht. Ich war sehr früh am Morgen hier und habe auch ohne Reservierung einen Platz bekommen, aber es wurde schnell voll und mit mehreren Leuten würde ich das Glück nicht herausfordern wollen!
Der Besuch des Restaurants ist selbstredend nicht kostenlos. Ich fand die Frühstücks-Preise für die besondere Aussicht jedoch in Ordnung – nicht unbedingt teurer als in trendigen ebenerdigen Restaurants. Fluffy Pancaces gibt es für 12£, das English Breakfast für 19,50£. Das sind leider keine ungewöhnlich hohen Preise. Immerhin wird man davon richtig satt und kann sich das Mittagessen sparen! 😉


Parliament Hill
Wer lieber Natur statt Hochhaus möchte, dem sei der Parliament Hill empfohlen, ein knapp hundert Meter hoher Berg, naja, Hügel im Park Hampstead Heath mit einem der besten, freien Panoramablicke auf die Skyline der Stadt.
Hier ist eigentlich immer was los (okay, bei Starkregen vermutlich weniger). Aber im Sommer wird hier gepicknickt, musiziert oder geknutscht (überwiegend mitgebrachte Partner). Im Herbst werden Drachen steigen gelassen, und besonders beliebt ist der Park zur Bonfire Night im November! (Mit der Bonfire Night erinnert man in England an die Vereitelung des Anschlagplans von Guy Fawkes, das Londoner Parlament in die Luft zu sprengen. Es wird im ganzen Land mit Freudenfeuern gefeiert – Lagerfeuer und vor allem Feuerwerk!)
Noch mehr Aussichten
Ähnliche Aus-/An-sichten wie vom Parliament Hill, aber mit anderem Blickwinkel, gibt es vom Primrose Hill oder vom Greenwich Park (s. Greenwich).
Das Café der Tate Modern hatte ich bereits beim Abschnitt „Museen“ erwähnt. Sehr lohnend!
Auch die Themse-Brücken bieten großartige Aussichten. Und natürlich eine Schiffsfahrt auf der Themse. Der Blick vom Wasser ist nochmal was Besonderes (allerdings meines Wissens nach nicht komplett gratis zu haben)! Siehe unten.
Themse
Die Themse ist insgesamt 346 Kilometer lang und hat spürbare Gezeitenunterschiede mit einem Tidenhub von bis zu sieben Metern! Auf ca. 30 Kilometern fließt sie durch London. An ihrem Ufer befinden sich viele der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt, wie der Tower of London, St. Paul’s Cathedral, das Parlament (Palace of Westminster) mit Big Ben, die Tate Modern, Battersea Power Station und das Riesenrad London Eye.
Übrigens: Im Englischen ist Themse männlich. Korrekterweise müssten wir also eigentlich von dem Themse sprechen… Gewusst? Und: Über 100 Fischarten, darunter Lachse und Aale, schwimmen hier!
Fahrt auf der Themse
Beliebt sind Bootstouren, entsprechend werden jede Menge Ausflugsfahrten angeboten. Die Low(er)-Budget Variante ist die Fahrt mit dem Uber Boat by Thames Clippers (Wasserbus).
Leider ist das Uber Boat nicht im normalen Londoner Tagesticket (Travelcard/TfL Daily Cap mit Oyster) enthalten, aber als deren Inhaber bekommt man immerhin 1/3 Rabatt auf den Fahrpreis. Alternativ gibt es ein „Hop-on-Hop-off“-Ticket für ein oder zwei Tage. Das ist allerdings wirklich nicht günstig (ab £27.90). Ein Einzelticket für die Strecke von Blackfriars Pier nach Greenwich Pier kostet beispielsweise ca. £11.40. Auch nicht günstig, aber besser als eine Ausflugsschiff! Mehr Infos zu Preisen und Haltestellen gibt es auf der Website.
Brücken
London hat 35 Themse-Brücken: Autobrücken, Fußgängerbrücken und Eisenbahnbrücken. Sie alle eint, dass sie beste Aussichten auf Themse und Ufer bieten – und kostenlos sind! 😉
Die berühmteste Brücke der Stadt ist natürlich die Tower Bridge. Die Klappbrücke von 1894 ist eins der bekanntesten Wahrzeichen Londons. Für große Schiffe öffnet sie sich (das muss 24 Stunden vorher angemeldet werden), eine zusätzlich Attraktion.



Auch die London Bridge, die Westminster Bridge (nahe Big Ben und die älteste Straßenbrücke Londons, aus dem Jahr 1862) und die moderne Fußgängerbrücke Millennium Bridge, die St. Paul’s Cathedral mit Tate Modern verbindet, sind berühmt und sehenswert.
Spaziergang an der South Bank
Natürlich kann man überall am Themse-Ufer entlang spazieren, besonders interessant ist aber der Abschnitt am Südufer zwischen Westminster Bridge und Tower Bridge. Die Strecke ist etwa vier Kilometer lang.
Hier kommt man an einigen der größten Sehenswürdigkeiten Londons vorbei (oder hat einen guten Blick auf die, die am anderen Themse-Ufer liegen) wie Big Ben, London Eye, die Millennium und Tower Bridge und den Tower of London, den Shakespeare Globe und The Onion (Old City Hall). Je nach Wasserstand kann man an manchen Stellen direkt runter an den Themse-Strand gehen.
Eine Attraktion an der Strecke, die etwas weniger bekannt ist, ist der Nachbau der Golden Hinde, dem Flaggschiff Francis Drakes, der als erster Engländer zwischen 1577 und 1580 die Welt umsegelte. Das Schiff liegt unterhalb der London Bridge, gleich neben dem wuseligen Borough Market.
Unterwegs trifft man auf (reichlich) Touristen, Straßenkünstler und kleine Food-Stände.



Richmond Ufer
Ein anderer sehr schöner Ufer-Abschnitt befindet sich im Stadtteil Richmond: Die Riverside rund um Richmond Bridge. Ich mag den Stadtteil besonders gern, obwohl er ein wenig ab vom Schuss ist. Aber manchmal ist es genau das, was den Reiz (oder das Bedürfnis) ausmacht.
Richmond Park, ein Kapitel für sich. Ich sage nur: freilebende Hirsche!!! (Siehe unter Parks) Oder Richmond Green.
Und natürlich alle Drehorte der großartigen Apple+ Serie Ted Lasso!
Greenwich
Greenwich ist ein Stadtteil mit recht dörflicher Atmosphäre am Südufer der Themse. Hier wimmelt es quasi von touristischen Highlights (viele davon kostenfrei!).


Herrliche Grünflächen und einen Panoramablick über die Themse auf die Skyline und Canary Wharf vom oberen Ende des Greenwich Parks – damit geht es schon mal los. Dort oben steht auch das Royal Observatory. Hier verläuft der 0°. Längengrad, der die Erde in Ost und West teilt und als Basis für die Greenwich Mean Time (GMT), also die Zeit, die in England gilt, dient. Der Eintritt für das Observatorium kostet £24 (Stand Mai 2026), der Park hingegen ist kostenfrei zu besichtigen.
Am Ufer befindet sich – durch seine hohen Masten weithin sichtbar – das Museumsschiff Cutty Sark, ein berühmter Teeklipper, der hier im Trockendock liegt. Dessen Eintritt kostet £22 (Stand Mai 2026), aber das Schiff kann gratis von außen betrachtet werden. Ich fand das vollkommen ausreichend.
Das National Maritime Museum nebenan erzählt von der Seefahrergeschichte. Dessen Eintritt ist gratis!



Das imposante Greenwich Hospital auf dem Gelände des ehemaligen Greenwich Palace war ursprünglich ein Heim für pensionierte Seeleute der Royal Navy. Es wurde 1694 gegründet, bis 1869 als solches genutzt und diente der Versorgung von verletzten und alten Seeleuten sowie deren Angehörigen. Die barocken Gebäude wurden von Sir Christopher Wren gebaut und gelten als eines der bedeutendsten klassischen Bauwerke des frühen 18. Jahrhunderts in Großbritannien. Heute wird das Areal als Old Royal Naval College genutzt. Der Besuch der schlossähnlichen Parkanlage ist kostenlos.
Ebenfalls kostenlos ist der Eintritt im etwas oberhalb den Hang hinauf gelegenen Queen’s House, einem ehemaligen „Lustschloss“ für Anna von Dänemark und Henrietta Maria von Frankreich. Die königliche Residenz wurde 1635 fertig gestellt. Sie war ein „bahnbrechender Entwurf im italienischen Stil, der den klassischen Stil in England etablierte“. Bekannt sind vor allem die Tulip Stairs, die erste freitragende Wendeltreppe mit schmiedeeisernen Mustern in England.
Heute fungiert der Bau als Kunstgalerie und zeigt u.a. Werke von William Turner.

Der Ortskern von Greenwich ist ein historisches, charmantes Viertel mit dörflicher Atmosphäre, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Zentral liegt die kleine St. Alfege Kirche, gegenüber der Greenwich Market, dazu kleine Geschäfte, viele Pubs, Cafés und Restaurants.
Der Besuch des kleinen Greenwich Market ist sehr empfehlenswert, ein beliebter (überdachter) Markt, auf dem es Kunsthandwerk, Antiquitäten und Streetfood zu kaufen gibt. Taugt also auch bei Regen ohne Schirm. Wenn man nur guckt und nichts kauft, bleibt es eine kostenlose Sehenswürdigkeit! 😉


Foot Tunnel Greenwich
Eine Sehenswürdigkeit für sich ist der Greenwich Foot Tunnel, ein Fußgänger-Tunnel aus dem Jahr 1902, der unter der Themse entlang führt. (Ein bisschen erinnert er mich an den Alten Elbtunnel in Hamburg, der allerdings deutlich größer ist.)
Auf 370 Metern verbindet er Greenwich mit der Isle of Dogs. In etwa zehn Minuten ist man auf der anderen Seite. Der Tunnel hat rund um die Uhr geöffnet – und ist kostenlos! Auf beiden Seiten befinden sich attraktive gläserne Kuppeln mit Treppenhäusern und Fahrstühlen.
Radfahren ist im Tunnel übrigens verboten, gehalten wird sich nicht daran! 😉



Wachablösung Buckingham Palace
Buckingham Palace ist eine weitere Top-Attraktion in London. Von außen ist die Ansicht kostenfrei. Ein touristisches Spektakel ist die Wachablösung (Changing of the Guard), die montags, mittwochs, freitags und sonntags um 11 Uhr stattfindet, im Sommer (April bis Juli) meist täglich (nicht immer bei Regen).
Das Ganze dauert locker 45 Minuten, aber es empfiehlt sich, sehr rechtzeitig (1:00) vorher da zu sein, denn es wird voll!

Alternativ: Die Wachablösung der Horse Guards, also der berittenen Kavallerie, findet Montag bis Samstag ebenfalls um 11 Uhr (Sonntag um 10 Uhr) an der Horse Guards Parade, einem großen Zeremonialplatz (nahe Whitehall und St. James’s Park), statt. Der Platz war ursprünglich ein Turnierplatz von Heinrich VIII..
St. Paul’s Cathedral
Die berühmteste Kirche Londons, die St. Paul’s Cathedral, kostet stolze £20,50 bis £27 (ca. 24–32 €) Eintritt. Im Preis enthalten ist der den Zugang zur Kathedrale, zur Krypta und den Kuppelgalerien. Eine Online-Buchung ist meist günstiger als vor Ort.
Das Geld kann man sparen, wenn man die Kirche während eines Gottesdienstes besucht. Dann ist der Eintritt nämlich kostenlos. Termine sind auf der Website einzusehen.
Chinatown
Sehr bekannt ist Londons Chinatown, die zentral zwischen Soho, Piccadilly Circus und Leicester Square, liegt. Ursprünglich (im 18. Jahrhundert) befand sich die Chinatown noch im East End, aber in den 1950er Jahren verlagerte sie sich in die Gegend um die Gerrard Street, die heute deren Hauptstraße ist.
Man kann sagen, Chinatown ist ein lebendiges Viertel mit einer hohen Dichte an authentischen chinesischen Restaurants, Bäckereien, Supermärkten und Geschäften. Man kann aber auch sagen, es ist ein völlig überlaufenes Pflaster, in dem es vor Touristen nur so wimmelt. Besonders am Wochenende schieben sich die Massen durch die Straßen. Beides stimmt.
Sehenswert sind die roten Laternen, die Tore, die Pagoden-Elemente und die chinesischen Schriftzeichen auf alle Fälle. Ob man länger bleibt, ist jedem selbst überlassen. Aber einen Abstecher ist es definitiv wert. Nur-Gucken ist kostenlos. Leider sind die Restaurants – anders als in anderen Chinatowns auf der Welt, wie beispielsweise in New York – nicht unbedingt günstig.

Shopping
Shopping an sich ist selbstverständlich nicht kostenlos. Und das Preisniveau in London ist hoch. Aber Bummeln gehen und gucken kann man natürlich trotzdem. Kleiner Tipp: Reise nur mit Handgepäck – dann erübrigt sich die Frage, ob man was kauft! 😉
London hat mehrere Kaufhäuser, die eine Sehenswürdigkeit für sich sind. Hier kann man – besonders bei Regen – viel Zeit verbringen.
Das berühmteste Kaufhaus Londons ist Harrods im Stadtteil Knightsbridge. Und dort wiederum ist die berühmteste Abteilung die Lebensmittelabteilung. Allein die Einrichtung! Unbedingt sehenswert! Für alle Royalisten sei noch erwähnt, dass es im Untergeschoß einen Schrein für Lady Diana und Dodi Al-Fayed, die 1997 bei einem Autounfall in Paris ums Leben kamen. Dodis Vater, Mohamed Al-Fayed, ist der Eigentümer von Harrods.
Ähnlich berühmt ist das Kaufhaus Liberty, ein ikonisches Luxuskaufhaus im Tudor-Stil. Es befindet sich in der Great Marlborough Street in unmittelbarer Nähe zur Regent Street, Oxford Circus und Soho. Ein Highlight ist die historische Architektur mit Holzvertäfelungen und zwei Lichthöfen.




Weitere große Kaufhäuser sind Fortnum & Mason, Harvey Nichols oder Selfridges.
Arkaden
Eine Besonderheit beim Thema Shopping sind die historischen Arkaden, also überdachte Einkaufspassagen aus dem 19. Jahrhundert, mit exklusiven kleinen Geschäften für Schmuck, Mode, Kosmetik oder Schokoladen, die eine Sehenswürdigkeit für sich sind. Der rote Teppich ist ausgerollt (wörtlich), stilecht gekleidete Concierges und manchmal auch Schuhputzer stehen bereit. (Wer sowas mag, dem seien unbedingt auch die Arkaden in Cardiff empfohlen!).






Royal Arcade, Burlington Arcade und Piccadilly Arcade liegen alle dicht bei einander.
Die Piccadilly Arcade ist ein klein wenig ruhiger. Hier gibt es nette, kleine Cafés, die Lust machen, dort einzukehren. Das ist aber eine Empfehlung für einen Artikel ohne Budget-Limit. 😉

Etwas weiter weg, mitten im Finanzviertel zwischen modernen Hochhäusern, liegt Leadenhall Market. Harry Potters Winkelgasse in real life.


Märkte
London hat eine enorme Menge an verschiedensten Märkten, von Wochenmärkten über Vintage- und Trödelmärkte (dauerhafte ebenso wie temporäre) zu Blumenmärkten und jeder Menge Streetfood-Märkten. Streetfood Märkte sind übrigens eine preiswerte Alternative zu Essen im Restaurant.
Es macht super viel Spaß, sich dort treiben zu lassen, durch das Angebot zu stöbern und Leute zu gucken. Ich finde, die Märkte Londons sind eine echte Sehenswürdigkeit. Manche finden jeden Tag statt, manche nur am Wochenende. Es gibt überdachte (und damit Wetter-unabhängige) und offene Straßenmärkte. Es ist also zum Teil auch Glücksache, welche Atmosphäre man erwischt, denn ein Blumenmarkt unter freiem Himmel beispielsweise macht sich einfach besser bei Sonne. Da taugt Nebel und Niesel weniger, das muss selbst ich zugeben. 😉
Der Klassiker unter Londons Märkten ist Covent Garden, ein Markt mit ikonischem Glasdach, charmanten Shops und teilweise richtig guten Straßenkünstlern – perfekt zum Bummeln bei jedem Wetter. Allerdings ist es hier immer super-voll.
Ein weiterer Klassiker ist der überdachte (Fr-)Essmarkt Borough Market auf der Südseite der Themse. Ein Paradies für Foodies mit regionalen und internationalen Spezialitäten, frischen Produkten und unzähligen Ständen in mehreren offenen Hallen. Leider auch mit unzähligen Touristen. Aber auch bei Geschäftsläuten der Gegend ist der Markt zur Mittagszeit beliebt. Vor zehn, also bevor der Markt offiziell öffnet, ist es deutlich leer und ruhig. Aber dann wird es sehr schnell sehr voll. Mein Highlight (leider kein Low Budget Tipp): Humble Crumble (Crumble „Klassik“ mit Apfel, Zimt und Vanillesoße – zum Niederknien!).



Ein weiterer Klassiker ist Camden Market (inkl. einiger weiterer Märkte in direkter Nachbarschaft wie Camden Lock Market, Camden Stables Market, Camden Canal Market und Inverness Street Market). Kreativ, bunt und alternativ – mit viel Vintage-Mode, Kunst und Streetwear, aber auch viel Ramsch. Besonders beliebt ist Camden Market bei Schulklassen aus dem Ausland (viele Deutsche!). Typisch London, insofern durchaus einen Blick wert.



Und noch ein Klassiker: Portobello Road Market in Notting Hill. Nicht zuletzt durch den gleichnamigen Film bestens bekannt.
Vielleicht auch schon eine Art Klassiker ist der Brick Lane Market, besonders am Sonntag (10:00–18:00 Uhr). Ähnlich wie beim Camden Market sind es verschiedene Märkte (auch Brick Lane Vintage Market, Ely’s Yard) mit unterschiedlichem Angebot wie Vintage-Klamotten und Möbel, Kunsthandwerk oder Street Food.
Nett sind auch die vielen kleinen Stadtteil-Wochen-Märkte wie Broadway Market (nur ein Beispiel unter sehr vielen!). Dieser findet samstags von 9:00 bis 17:00 Uhr statt. Eine kleinere Version des Marktes gibt es sonntags mit etwas weniger Ständen, und es geht eine Stunde später los. Aber die Straße mit ihren kleinen Läden und Cafés ist auch unter der Woche ohne Marktstände nett! Mein Favorit hier ist das Market Cafe.



Gleich um die Ecke gibt es ein schönes Beispiel für die vielen Streetfood Märkte Londons: den Netil Market. Geöffnet ist Montag, Dienstag und Sonntag von 09:00 bis 18:00 Uhr, sowie mittwochs bis samstags von 09:00 bis 22:00 Uhr. Bei gutem Wetter ist die Rooftop-Terrasse toll!



Nicht weit ist es von hier zum zauberhaften Blumenmarkt in der Columbia Rd, der leider nur an Sommer-Sonntagen geöffnet ist. Aber auch hier lohnen die kleinen Geschäfte unter der Woche einen Besuch!



Ein noch etwas weniger bekannter (?!), wirklich toller Streetfood-Markt in sehr zentraler Lage ist der Mercato Mayfair, der in der ehemaligen St Mark’s Church in Mayfair (mit tollen Buntglasfenstern!) stattfindet. Es gibt auch eine kleine Dachterrasse. Die Stimmung ist gesellig und entspannt.

Großartig ist auch der Smithfield Market in einer viktorianischen Markthalle, Großbritanniens größter Großhandels-Fleischmarkt mit einer riesigen Auswahl an Fleisch- und Geflügelprodukten. Er ist auch geschichtlich interessant, denn hier wird schon seit 1174 mit Lebensmitteln gehandelt, was ihn zum ältesten Fleischmarkt Londons macht. Etwas abschreckend sind die Öffnungszeiten: Von Mitternacht bis 7:00 Uhr früh…
St Bartholomew-the-Great
Ein kurzer Geschichts-Ausflug, weil es geografisch gerade passt. Früher, insbesondere im Mittelalter, fanden auf dem Smithfield Market auch öffentliche Hinrichtungen statt, bekannt als „The Elms“. Hängen, Ausweiden, Vierteilen (hanged, drawn and quartered) für Verräter oder Hexen-Verbrennungen auf dem Scheiterhaufen fanden hier statt.
Der schottische Widerstandskämpfer und Nationalheld William Wallace wurde hier 1305 als Verräter des Königs auf bestialische Weise ermordet, um maximale öffentliche Abschreckung zu erzeugen. 1995 verfilmte Mel Gibson sein Leben im Historiendrama Braveheart. Am nahen St Bartholomew’s Hospital erinnert heute eine Gedenktafel an den Ort seiner Hinrichtung.
Dieses Hospital aus dem Jahr 1123 ist das älteste Krankenhaus Großbritanniens. Heute ist es ein renommiertes Krankenhaus für Herz- und Krebsbehandlungen. Das angeschlossene St Bartholomew’s Hospital Museum zeigt 900 Jahre medizinische Geschichte, chirurgische Instrumente, Archivdokumente und Berichte zur Gesundheitsversorgung. Es hat leider nur eingeschränkte Öffnungszeiten, ist aber kostenlos.
Ich bin völlig verzückt von der dazugehörigen Kirche, der St Bartholomew-the-Great! Die Kirche wurde 1123 als Kloster gegründete und hat ein dermaßen kunstvolles, romanisches Interieur, dass es mich regelrecht umgehauen hat. Dazu muss ich wohl sagen, dass ich Kirchen oft eher langweilig und wenig interessant finde (jaaa, sorry!). Aber manchmal „kriegt“ mich dann doch eine. Und diese gehört definitiv dazu.
Es geht schon recht eindrucksvoll los mit dem historischen Tudor-Torhaus. Aber auch die kleine Kirche selbst ist ganz zauberhaft. „Ein Paradebeispiel für normannische/romanische Architektur mit massiven Säulen, die später um gotische Elemente ergänzt wurden. Die Gebäude dienten zeitweise anderen Zwecken, so wurde die Marienkapelle (Lady Chapel) im 18. Jahrhundert als Druckerei genutzt, in der Benjamin Franklin arbeitete.“
Übrigens wurde hier für „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ gedreht!
Ach, und: Der Besuch ist kostenfrei!



Parks und Greens
London ist ja wirklich riesig. Und es gibt super-viele Parks, Greens und Gärten (die typischen Englischen Gärten findet man allerdings eher auf dem Land), an die 3.000 sollen es sein. Das macht etwa 40 % der Stadtfläche aus.
Die bekanntesten sind die acht Royal Parks, wie der Hyde Park (sehr zentral) und der Regent’s Park (mit London Zoo), Greenwich Park (s. Kapitel Greenwich), Kensington Gardens (mit Kensington Palace), Green Park (gleich neben Buckingham Palace), St. James’s Park (der älteste der königlichen Parks), Bushy Park und Richmond Park.
Richmond Park ist etwas Besonderes. Mit über 1.000 Hektar ist er der größte Park Londons (übrigens dreimal so groß wie der Central Park in New York City!). Das Tollste ist, dass dort seit Jahrhunderten Rot- und Damhirsche durch die uralten Eichenwälder streifen, denen man dort begegnen kann. Ich liebe es!
Großartig ist auch Hampstead Heath (s. Abschnitt Aussichten).
Kew Gardens (Royal Botanic Gardens) ist weltberühmt für seine sagenhafte botanische Vielfalt und seine historischen Gewächshäuser, wie das Palm House (ab 2027 für 5 Jahre zur Renovierung geschlossen!) oder das Temperate House, das weltweit größte viktorianische Gewächshaus, (u.a.m.). Ihre Glas-Eisen-Konstruktionen gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe. Kew Gardens fällt ein wenig aus dem Rahmen, denn er kostet – im Gegensatz zu allen anderen hier genannten Parks – Einritt (25£ – Stand Mai 2026)!
Neben den großen königlichen Parks gibt es tausende kleinere öffentliche Parks, Gärten und Naturschutzgebiete.
Im Holland Park kann man z.B. einen „Kurz-Trip“ nach Japan machen, indem man den Zen-Weg in den Kyoto Gardens geht.
Typisch in London sind die Greens und Fields. Zu den bekanntesten zählt London Fields in Hackney, ein wunderbarer Ort zum Joggen, Fußball oder Basketball spielen, zum Fahrradfahren oder Spazierengehen. Oder bei gutem Wetter für ein Picknick.



Mein extra Low-Budget Tipp zum Thema Picknick: In den unzähligen kleinen Supermärkten, die es in London an jeder Ecke gibt (Ketten wie Tesco, Sainsbury’s, Whiterose oder M&S Food) bekommt man die günstigen Meal Deals. Das beinhaltet ein Hauptgericht (engl. Sandwiches), einen Snack (Crisps, Schoki oder frisches Obst) und ein Getränk. Die Preise liegen in der Regel zwischen £3,50 und £5,00. Oft gibt es auch Besteck to go dazu.
Die Grünflächen werden am Wochenende auch gern von Sportvereinen genutzt, zum Beispiel für Cricket. So British! 😉
Ich mag besonders gern Turnham Green in Chiswick, Kew Green, Ealing Green und Richmond Green.
Regent’s Canal Tow Path
Der Regent’s Canal Towpath ist ein historischer Treidelpfad, der sich am 1820 eröffneten Regent’s Canal über knapp 14 Kilometer durch den Norden Londons zieht. Besonders schön ist der Abschnitt zwischen Little Venice und Camden Lock, dabei geht es vorbei am London Zoo, wo man mit etwas Glück Lemuren sehen kann. Recht neu entwickelt ist der Teil um King’s Cross mit dem modernen Coal Drops Yard. Alternativer geht es in Hackney zu.
Es gibt viele Cafés, Pubs und Restaurants direkt am Wasser, besonders in Camden, King’s Cross und am Broadway Market.
Spannend sind auch die insgesamt 12 Schleusen. Der Weg eignet sich ideal zum Spazierengehen oder Joggen. Man kann theoretisch auch mit dem Fahrrad fahren, aber für meinen Geschmack wird das schnell zu eng. Unterwegs sieht man jedenfalls viele bunte Hausboote, die so genannten Narrowboats. Diese langen, schmalen Boote sind speziell für das enge britische Kanalnetz konzipiert.
London Waterbus bietet Fahrten auf dem Kanal zwischen Little Venice und Camden Market an. Das Vergnügen ist dann aber – anders als zu Fuß – nicht kostenlos…



Weitere grüne Oasen in der Stadt
Eine unerwartete Entdeckung war für mich der alte Friedhof von St John-at-Hampstead im gleichnamigen Stadtteil Hampstead. Regelrecht verwunschen und wenig besucht – außer von einer Handvoll Menschen, die auf den dortigen Bänken offensichtlich ihre Mittagspause für ein Picknick nutzten. Ein toller Ort dafür!


Ebenfalls super-schön, aber (vermutlich durch ihre Popularität auf Instagram) leider recht voll, ist die Kirchenruine St Dunstan-in-the-East mit kleinem Garten. Eine Oase inmitten der ganzen modernen Wolkenkratzer drum herum.
Ich mag auch gern die vielen kleinen Parks, die in ihrer Mitte kleine Pavillions haben, wie z.B. Arnold Circus und Soho Square Gardens. Hier ist oft viel los, Familien mit Kindern und Jungvolk in geselliger Runde bevölkern das Grün.
Das Nonplusultra sind natürlich die Privat-Parks a la Notting Hill (der Film mit Hugh Grant und Julia Roberts), wo tatsächlich nur Anwohner Zugang haben. So ließe es sich wohnen in London, finde ich… 😉


Etwas besonderes sind auch die kleinen Bauernhöfe mitten in der Stadt, wie die Hackney City Farm in East London mit Ziegen und Schafen und einem gemütlichen Hofcafé, oder Mudchute Park & Farm auf der Isle of Dogs ist eine der größten städtischen Farmen Europas, nah an der ultra-modernen Canary Wharf, mit Blick auf die Skyline. Die Farm beherbergt über 100 Tiere. Oder Kentish Town City Farm im Stadtteil Camden, immerhin auch mit über 50 Tieren, darunter Ziegen, Schafe, Pferde, Esel, Kühe, Schweine, Hühner, Enten und Gänse.
Die Farmen können allesamt kostenlos besucht werden.
Street Art Kunst
Gerade im Osten gleicht London quasi einer einzigen Open Air Kunst-Gallerie oder einem Freiluftmuseum. Schwerpunkte für teilweise wirklich kunstvolle Murals sind die Brick Lane und ihre Nebenstraßen in Shoreditch und Hackney Wick. Dort entstehen gerade viele Neubauten, so dass dort viel im Wandel ist und leider auch viele tolle Bilder wieder verschwinden.



Ich finde es lustig, wenn sich bereits vorhandene Murals mit der Zeit weiterentwickeln. Ein gutes Beispiel dafür ist der „Scary-Tunnel“, den ich 2023 das erste Mal fotografiert habe, und 2026 in „angepasster Form“ nochmal.


Es gibt mehrere echte Banksy in London.
Die Fotos hier zeigen nur eine sehr, sehr kleine Auswahl, dessen, was es zu entdecken gibt. London hat eine sehr aktive Street Art Szene!



Es macht Spaß einfach durch die Straßen zu laufen und nach Street Art zu suchen. In den oben genannten Viertel findet man überall welche!
Streifzug durch die Stadt auf der Suche nach Blue Plaques
Auch nett sind Streifzüge auf der Suche nach den blauen Gedenktafeln, die in London (und anderen britischen Städten) auf die Wohn- oder Geburtshäuser historisch bedeutender Personen hinweisen oder an wichtige geschichtliche Ereignisse erinnern.
Die Plaketten gibt es bereits seit 1866, derzeit sind es über 1.000 allein in London. Und es kommen jedes Jahr weitere hinzu.



Zu den Geehrten gehören Künstler, Wissenschaftler und Politiker wie Sir Winston Churchill, Sir Isaac Newton, Charles Dickens, Jimi Hendrix, Karl Marx, George Orwell, Agatha Christie und Freddie Mercury.
Eine Übersicht und Suchfunktion, sowie ein Quiz bietet die English Heritage Website.
Noch ein paar letzte Tipps
London ist riesig und man wird vermutlich nicht umhin kommen, die ein oder andere Fahrt mit den Öffis zu machen. Die Bezahlung ist super simpel, denn man hält einfach seine EC-Karte/Debit-Karte vor das Lesegerät (im Bus nur beim Einsteigen, in der Tube oder dem Wasserbus AUCH BEIM AUSSTEIGEN!).
Hilfreich ist dabei die Website von Transport for London.
Wer die Tube nutzt, kann ggf. in den Genuss von Gratis-Konzerten kommen, denn in vielen U-Bahn-Schächten gibt es ausgewiesene Plätze für Straßenmusiker. Oft sind die gar nicht mal schlecht!
Ansonsten läßt es sich ganz hervorragend durch London laufen/gehen. Denn es ist quasi überall schön! Ein Hoch aufs Spazierengehen!
Busfahren
Ich möchte an dieser Stelle auf die Möglichkeit zu einer …äh, Stadtrundfahrt für nur £1,75 hinzuweisen. Soviel kostet nämlich pauschal ein Single-Ticket für den Bus in London, solange kontaktlos (Karte/Handy) bezahlt wird. (Im Bus kann nicht mit Bargeld bezahlt werden.)
Ein weiterer Tipp: Es gibt den ‚Hopper‘-Rabatt, mit dem man innerhalb einer Stunde kostenlos eine zweite Fahrt mit Bus oder Straßenbahn machen. Dafür einfach bei allen Fahrten die gleiche Karte benutzen. Und das „Daily Cap“ setzt eine Tageshöchstgrenze) so daß man nie mehr als das Tagesmaximum zahlt, egal wie oft man fährt.
Der Bus braucht oft länger als die Tube, aber im Urlaub hat man doch keine Eile. Dafür sieht man mehr und Busse sind günstiger als die U-Bahn.
So, jetzt aber zur Stadtrundfahrt: Die Buslinien 9, 11 und 24 fahren vorbei an bekannten Sehenswürdigkeiten wie Big Ben, Trafalgar Square, Hyde Park und St. Paul’s Cathedral. Die Nutzung der roten Doppeldecker ist a) ein Must-do in London, b) kostet die Fahrt – wie gesagt – nur £1,75 (also sehr sehr viel weniger als Sightseeing-Busse und c) man kommt von A nach B und sieht viel. Perfekt, oder?
Linie 9 fährt von Aldwych (Bush House) nach Hammersmith Bus Station und führt an Sehenswürdigkeiten wie Trafalgar Square, Piccadilly Circus, Green Park und Knightsbridge/Harrods vorbei.
Linie 11 verbindet derzeit (Stand 2026) Fulham Town Hall mit Waterloo Station und verbindet die super-schöne King’s Road in Chelsea, Belgravia und Westminster.
Line 24 verkehrt zwischen Pimlico (Grosvenor Road) im Süden und Hampstead Heath im Norden. Sie fährt vorbei an Victoria Station, Westminster Abbey / Parliament Square (Regierungsviertel) , Trafalgar Square / Charing Cross, Camden Town und endet am Royal Free Hospital.
Tipps zu Hotels
Hotels sind in London ein Problem, wenn es nicht zu teuer werden soll. Da kann ich jetzt leider nichts schön reden.
Grundsätzlich kann man sagen, dass es (nicht überraschend) umso teurer wird, je zentraler die Lage ist. Oft wird empfohlen, um Geld zu sparen ein Hotel weiter außerhalb zu nehmen. Ich bin von der Strategie nicht unbedingt überzeugt, denn dann muss man ja wieder mehr in ÖPNV investieren, um in die Stadt einzufahren.
London hat (leider) immer Saison. Trotzdem gibt es Unterschiede. Während der Hauptsaison (Juni bis August und Dezember bis Januar) platzt die Stadt aus allen Nähten. Das treibt natürlich die ohnehin hohen Preise noch höher. In der Nebensaison wird es etwas besser, aber nie wirklich leer. Ich habe aber gute Erfahrungen mit Februar und November gemacht. Und das Wetter ist keine Ausrede – regnen kann es in London schließlich immer, also auch im Sommer.
Nicht sehr sexy, aber oft verhältnismäßig günstig und sauber sind Hotelzimmer bei Ketten wie Premier Inn, Travelodge oder Ibis.
Die (nur) von außen nett aussehenden Hotels in Gegenden wie Bayswater kann ich weniger empfehlen. Ganze Straßenzüge sind komplett voll mit Hotels auf Jugendherbergs-Niveau, mit Gemeinschaftsbad, zweifelhaftem Hygienestandard und oft frequentiert von lauten Schulklassen. Sehr schlechtes Preis- Leistungsverhältnis, finde ich.
Anreise
Billigflieger! Ryanair (ab ca. 15-30 €) oder Eurowings bieten sehr günstige Flüge an, besonders bei Buchung weit im Voraus (ca. 7 Monate) und im November oder Dezember.
Weder preislich noch zeitlich ist der FlixBus eine Alternative.
Ich würde gern den Zug empfehlen, aber der ist preistechnisch leider auch keine Alternative, im Gegenteil. Der kostet oft das Dreifache! Ein Fehler im System!
Ein weiterer Spar-Tipp: Nur mit Handgepäck reisen. Das macht bei Billigfliegern preislich einen großen Unterschied! Außerdem ist man dann nicht so in Versuchung vor Ort viel Geld für Mitbringsel auszugeben! 😉
Fazit
London, aber günstig? Es ist machbar!
Mehr London gibt es hier.


