Cornwall
Im Februar 2026 fahre ich endlich mal wieder für ein paar Tage nach Cornwall.
In meiner Kindheit war ich mehrfach mit meinen Eltern in Looe und später auch noch ein paar Mal in anderen Ecken Cornwalls. Marazion, Penzance, St. Ives, Zennor, Polperro, Falmouth – alles mir vertraute Namen. Aber das ist schon viel zu lange her! Ein bisschen hat mich der Hype abgeschreckt, der (glaube ich) durch die Rosamunde Pilcher Bücher um Cornwall entstanden war. Bilder von überfüllten Stränden im Sommer und Berichte über außer-Kontrolle-geratener Parkplatz-Situation rund um die netten kleinen Dörfer haben mich vermuten lassen, dass der Charme der Gegend nicht mehr derselbe ist, wie ich ihn von früher in Erinnerung habe. Aber – ACHTUNG SPOILER – das gilt jedenfalls nicht im Februar!
Jetzt ist es herrlich leer, die Hotels bezahlbar und die Atmosphäre zauberhaft. Nur das Wetter entspricht nicht ganz meinen Erwartungen: Es ist überwiegend sonnig! 😉
Ein paar Fakten vorab:
- Cornwall ist die Grafschaft im äußersten Südwesten Englands.
- Sie hat die längste Küstenstrecke Großbritanniens, ganze 697 Kilometer!
- Durch den Golfstrom herrscht mildes Klima, es wachsen hier sogar Palmen! Im Norden ist die Küste rauer, im Süden sanfter, oft geprägt von Klippen und Sandstränden.
- Kulinarische Köstlichkeiten wie Cornish Pasty (gefüllte Teigtaschen) und Cream Tea (Scones mit Clotted Cream und Marmelade) stammen von hier.
- Cornwall hat eine starke keltische Identität, eigene Wurzeln (vom Volk der ‚Cornovii‘) und eine eigene Fahne (weißes Kreuz auf schwarzem Grund). Fast neunzig Prozent der Ortsnamen sind keltischen Ursprungs
- Touristische Highlights sind Orte wie St. Ives und das malerische Fischerdorf Mousehole (allein der Name!), Land’s End (der westlichste Punkt des englischen Festlandes), die Felseninsel St Michael’s Mount, das Surfer-Paradies Newquay und Tintagel Castle (Artus-Legende).
- Seit 2006 ist die Bergbaulandschaft von Cornwall und West Devon, ein ehemaliges Zentrum für Kupfer- und Zinnbergbau, UNESCO-Weltkulturerbe. Vielerorts prägen alte, verfallene Zinnmienen mit ihren Schornsteinen das Landschaftsbild.
Anreise
Meine erste Station ist der „Künstlerort“ St. Ives.
St. Ives liegt an der Nordküste Cornwalls am Atlantik (Keltische See), etwa 20 Kilometer vor Land’s End, dem westlichsten Zipfel Englands.
Ich komme mit dem Zug der GWR (Great Western Railways) aus London. Das Ticket habe ich vorab über Trainline gekauft.
Ähnlich wie bei der Deutschen Bahn gilt das Motto „Frühes Buchen sichert die günstigsten Preise“. Cool ist die Funktion des automatischen Strecken-Splittings, wobei durch Buchen von Teilabschnitten der jeweils günstigste Tarif berechnet wird. Gute Sache – und es passiert ganz automatisch.
Als ich hier unterwegs bin, gibt es auf der Strecke eine größere Unterbrechung wegen umfangreicher Überschwemmungen: Zwischen Tiverton Parkway und Plymouth ist ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Klingt erstmal nach Stress und Unannehmlichkeiten, ist aber völlig problemlos – alles perfekt organisiert und aufeinander abgestimmt. Überall steht außerordentlich freundliches Personal bereit, das gern behilflich ist. Die Briten sind wirklich nett!
Ich bin Fan von Zugreisen in England! Natürlich kommt mir dabei mal wieder zugute, dass ich nur mit Handgepäck reise, wodurch ich mir lästiges Kofferschleppen erspare!
Mein erstes Ziel ist St. Ives. Dorthin gibt es aktuell von London keine Direktverbindung. Ich muss in St. Erth umsteigen und dabei einmal das Gleis wechseln. Die Ausschilderung ist einfach und es ist wenig los, die Umsteigezeit ausreichend. In St. Erth geht es sehr gemütlich zu!



Start war um 10:03 in London Paddington Station, St. Ives Station erreiche ich pünktlich um 15:58.
Die gesamte Fahrt ist landschaftlich sehr reizvoll, aber das letzte Stück zwischen St. Erth und St. Ives ist ganz besonders schön! Die Stecke führt direkt an der Küste entlang und gerade jetzt, beim Blick aufs Meer, kommt die Abendsonne raus. Hätte ich mir nicht schöner ausmalen können!
St. Ives
Vom Bahnhof bin ich in fünf Minuten in meinem sensationell tollen Hotel Harbour View House (s.u.), werfe kurz mein Gepäck ins Zimmer (und schon mal einen Blick aus dem Fenster auf den Hafen) und starte gleich zu einer ersten Erkundungstour. Ich kann es gar nicht erwarten durch die engen Gassen zu laufen, immer mit der Frage, ob hinter der nächsten Ecke das Meer zu sehen ist.
Ob sich viel verändert hat, seit ich zuletzt (vor gut zwanzig Jahren!) hier war? Der nette Typ im Hotel meint nein. Und ich stelle schnell fest: Er hat (zum Glück) recht!


Hafen
Mein erster Weg führt über die verwinkelten Straßen des Skidden Hill zum großen Hafenbecken, das von zwei Molen eingefaßt ist. Auf der größeren, dem Smeaton’s Pier, steht das Lighthouse und die kleine St Leonard’s Chapel. Um dort hin zu kommen, muss ich einmal um das gesamte Hafenbecken laufen. Das Spannende ist, dass sich der Hafen komplett verändert, je nachdem, ob gerade Ebbe oder Flut ist, ob die Sonne scheint oder nicht – ständig wechselt das Bild! Ich könnte den ganzen Tag einfach nur sitzen und gucken! Bei Ebbe liegen die kleinen, bunten Fischerboote auf dem Sand, bei Flut sind sogar die Treppen von Wasser überspült.



Bei meinem ersten Rundgang ist auflaufendes Wasser, schon recht weit fortgeschritten. Am Ende des Piers stehen einige Angler und versuchen bereits ihr Glück. Sie grüßen freundlich, als ich vorbei laufe.
Rund um das Hafenbecken gibt es einige Pubs, Cafés und Geschäfte. Gleich mehrere Kindheitserinnerungen tauchen wieder auf: englische Spielhallen mit der typischen Musik der Spielautomaten, in diesem Fall „Harbour Amusements“, dazu Möwengeschrei und Softeis-Buden. Alles da, genau wie früher! Hach! 😉



Treffpunkt im Hafen ist das urige The Sloop Inn. Wer essen möchte, sollte das drinnen tun – oder er muss die Konsequenzen tragen: Diebische Möwen liegen auf der Lauer! Bier kann man unbedrängt genießen. 😉
Abseits des Hafens gibt es im Ortskern attraktive kleine (Shopping-) Straßen. Nett sind die Fore Street (z.B. mit Seasalt), Chapel Street oder St Andrew’s Street mit der St Eia Parish Church. Es gibt erstaunlich viele nette Läden mit attraktivem Angebot. Auch einige einladend aussehende Cafés und Eisläden sind dabei. Hier eine kleine Auswahl:






In der Fish Street Nr 5 befindet sich laut einem Schild The Oldest House In Town. Aktuell wird es renoviert und ist größtenteils eingerüstet.


Jeden Montag findet in The Guide Hall ein entzückender, kleiner Farmers‘ Market statt. Keine Ahnung, wie es im Sommer aussieht, aber jetzt im Februar geht es sehr beschaulich und fast familiär zu. Es gibt Live-Musik von zwei älteren Herren und eine Handvoll Stände, die regionale Produkte anbieten. Man ist offen für Schwätzchen über die Waren, das Wetter und das Leben im Allgemeinen! Ich werde an jedem einzelnen Stand freundlich begrüßt!



Tate St. Ives
St. Ives hat seine eigene Kunstgalerie: Die Tate St. Ives.
Das renommierte Kunstmuseum mit Pendants in London (Tate Modern und Tate Britain) und Liverpool (Tate Liverpool) liegt direkt am Porthmeor Beach. Der ursprüngliche Entwurf für das Gebäude stammt von 1993 von Evans & Shalev. 2017 wurde das Museum durch eine spektakuläre, von Jamie Fobert Architects entworfene Erweiterung verdoppelt. Der Anbau ist in die Felsen der Küste eingegraben und fügt sich mit einer keramikverkleideten Fassade nahtlos in die Landschaft ein.
Die Galerie ist auf moderne und zeitgenössische Kunst spezialisiert, insbesondere auf Künstler der berühmten St. Ives School des 20. Jahrhunderts.
Die St. Ives School war eine einflussreiche Gruppe von Vertretern der britischen Moderne und Avantgarde, die hier insbesondere in den Jahren zwischen 1940 und 1960 tätig war. Die Künstler, wie z.B. Barbara Hepworth und Ben Nicholson, wurden von der rauen Landschaft Cornwalls und dem besonderen Licht angezogen. Der einheimische Fischer und Maler Alfred Wallis hatte durch seinen naiven Stil einen großen Einfluss auf die frühen Vertreter.
Statt einer dauerhaften Ausstellung wird dreimal pro Jahr gewechselt.
Geöffnet ist täglich von 10 bis 17:20. Der Eintritt kostet 16£ (Stand Februar 2026). Mehr Infos auf der Website.

Barnoon Cemetery
Ich habe (u.a.) eine Schwäche für Friedhöfe. Wenn es möglich ist, besuche ich auf Reisen immer gern auch (mind.) einen Friedhof. Der Barnoon Cemetery von St. Ives liegt in unmittelbarer Nähe der Tate Gallery, oberhalb von Porthmeor Beach, und besticht durch herrliche Aussicht aufs Meer.
Der englische Künstler Alfred Wallis (s. Abschnitt Tate St. Ives) ist hier begraben. Er verbrachte seine Kindheit an der Südwestküste Englands, arbeitete ab seinem neunten Lebensjahr als Fischer und begann erst nach seiner Pensionierung zu malen. Seine Ansicht des Hafens von St. Ives, die sich heute im National Maritime Museum in London befindet, malte er auf Pappe, weil er sich kein anderes Material leisten konnte. Er starb verarmt bei Penzance.
Auch das Grab von zwei einheimische Jungen, die beim Untergang der Titanic ums Leben kamen, befindet sich hier, sowie ein Denkmal für die Opfer des Untergangs der SS Alba, die 1938 vor St. Ives sank.


St. Ives’s Strände
St. Ives hat mehrere Strände, am bekanntesten (und beliebtesten) sind Porthmeor Beach und Porthminster Beach. Außerdem gibt es den kleineren Porthgwidden Beach und gleich daneben den noch kleineren Bamaluz Beach. Und natürlich den Harbour Beach, zentral im Ort.
Im Sommer liegt man dicht an dicht am Stand, nicht so im Februar (klar). Aber tatsächlich sehe ich mehrere Wagemutige, die sich schon jetzt ins Wasser am Porthminster Beach trauen. Und natürlich in Neopren verpackte Surfer, die meisten davon am Porthmeor Beach.



Die Tage ist es recht windig und die Wellen sind eindrucksvoll hoch. Die Surfer kommen also voll auf ihre Kosten!
Übrigens entdecke ich an gleich mehreren Stellen Seehunde im Wasser. Also Augen auf!



Bänke mit Aussicht
Überall in Großbritannien, besonders aber in England, gibt es „Benches With A View“. Das ist ganz typisch in England. Üblicherweise sind die Bänke jemandem gewidmet. Das ist ein fester Bestandteil der britischen Kultur und Landschaft. „Sie dienen als liebevolle Erinnerung an verstorbene Menschen, oft Ehepartner, Eltern oder Freunde, und sind meist an landschaftlich idyllischen Orten, Küstenwegen oder in Parks zu finden. Sie verbinden das Gedenken an einen geliebten Menschen mit einem praktischen Nutzen für die Gemeinschaft, indem sie Wanderern und Spaziergängern eine Ruhepause ermöglichen.“
Da steht dann zum Beispiel „In loving memory of Gregory, who loved to sit here.“ Ich finde das ganz wunderbar. Von diesen Bänken gibt es jedenfalls auch hier in St. Ives sehr viele – und das ist durchaus praktisch.
The Island mit St.-Nikolaus-Kapelle
Ich sitze zum Beispiel für längere Zeit auf einer solchen Bank auf „The Island“, der Halbinsel an der Spitze von St. Ives, auf deren Anhöhe von überall im Ort gut sichtbar die St.-Nikolaus-Kapelle steht. Sie ist nachts angeleuchtet, also auch dann ein guter Orientierungspunkt. Der heilige Nikolaus ist der Schutzpatron der Seeleute.
Von hier beobachte ich zum Beispiel über längere Zeit einige Seehunde im Wasser.
An der Stelle der St.-Nikolaus-Kapelle stand schon vor 1434 ein Gebäude, das vermutlich bis zum Bau der Hauptkirche St. Eia in eben jenem Jahr u.a. als Gotteshaus diente. Aber nicht nur das, es diente auch den Zollbeamten zur Schmugglerbeobachtung (und andersrum!) und später, während des Zweiten Weltkriegs, dem Kriegsministerium.
Manchmal kann man die Kapelle besichtigen, aber auch wenn die Türen geschlossen sind, kann man zumindest einen Blick durchs Fenster werfen. Sie kann für Segnungen gemietet werden (eine rechtsgültige Trauung ist nicht möglich).
Nebenan hat die Küstenwache eine Station. Nicht umsonst – der Blick geht weit von hier!



Talland House
Zurück in der Stadt, schlendere ich durch die kleinen Gassen im Ortskern und laufe auf der anderen Seite des Ortes wieder raus bis Talland House. Talland House liegt in der Albert Road, oberhalb von Porthminster Beach. Hier verbrachte die Schriftstellerin Virginia Woolf bis 1895 ihre Kindheitssommer. Diese prägenden Jahre, der Blick auf den Godrevy-Leuchtturm und die Küstenlandschaft dienten ihr als Inspiration für ihren berühmten Roman „Zum Leuchtturm“ (To the Lighthouse).
Am Haus ist eine Plakette angebracht, ansonsten ist dort nicht viel zu sehen. Hübsche Villa mit nettem Garten. Könnte ich mir für mich auch vorstellen… 😉

Hotel-Tipp St Ives: Harbour View House
Dies ist eine wirklich 100%ig empfundene Empfehlung! (Ich kenne dort niemanden und habe mein Zimmer selbst bezahlt!)
Das Harbour View House liegt am äußersten Ende der Hafenbucht, leicht erhöht und dadurch mit grandiosem Blick auf den Hafen. Ich habe unerwartet ein Upgrade auf Zimmer 1 bekommen (statt wie gebucht Nr. 6) – und das hat den tollsten Blick, den ich mir vorstellen kann. Tatsächlich gibt es zwei Fenster, eins mit seitlichem Blick aufs offene Meer und eins mit diesem hier:


Das ist doch gar nicht zu fassen, wie schön das ist, oder?! Ich kann mich jedenfalls kaum satt sehen und bin einigermaßen traurig, als ich nach zwei Nächten weiterreisen muss.
Mein Zimmer ist – ebenso wie das dazugehörige Restaurant – einfach, aber sehr geschmackvoll eingerichtet. Es gibt einen Fernseher (Ich habe mich gefragt, wer denn wohl einen Fernseher braucht, wenn man diese Aussicht haben kann, aber gut…), ein super-bequemes Bett, einen Wasserkocher (mit unbegrenzt viel Tee und Kaffee) und ein angenehmes Bad mit einer Dusche mit Mischbatterie und vernünftigem Wasserdruck (in England nicht selbstverständlich).

Im angeschlossenen Restaurant gibt es Frühstück für Hotelgäste (inkl.) und Externe. An meinem ersten Morgen sind viele Locals hier, was ich als gutes Zeichen werte. Ich kann die Pancakes mit frischen Beeren empfehlen!
Abends ist das Restaurant während der Wintermonate nur von Donnerstag bis Sonntag geöffnet.
Ach, und das Personal war super-freundlich!
Also kurz: Ich hoffe schnellstmöglich wiederkommen zu können!



Nur ein paar Meter vom Hotel entfernt ist die Bushaltestelle The Terrace, von der der Bus (17) via St. Erth nach Penzance abfährt. Die Fahrt dauert eine gute halbe Stunde.
Busfahren in Cornwall ist easy und günstig. Das Einzelticket kostet 3£ (Stand Februar 2026), das Tagesticket 8 £. Bezahlt wird beim Fahrer in bar oder kontaktlos.
Von Penzance gibt es eine direkte Zugverbindung nach London Paddington Station.
Literatur-Tipps zu St. Ives
Rachel Elliott: „Bären füttern verboten“
Als sie nach über dreißig Jahren an den Strand von St. Ives zurückkehrt, wird die Freerunnerin Sydney nicht nur mit dem schmerzhaftesten Moment aus ihrer Vergangenheit konfrontiert, sondern begegnet auch einer Reihe skurriler Menschen, deren Leben um keinen Deut weniger chaotisch ist als ihres: Zahntechnikerin Maria backt Muffins mit heilenden Kräften, Buchhändler Dexter ist mit der Liebe durch und trägt manchmal gerne Kleider, und Belle wohnt mit Ende zwanzig noch immer bei ihren Eltern und führt das Hängebauchschwein der Nachbarn aus. (Quelle: Amazon)
Raynor Winn: „Der Salzpfad“
Alles, was Raynor und Moth noch besitzen, passt in einen Rucksack. Sie haben alles verloren – ihr Zuhause, ihr Vermögen und Moth seine Gesundheit. Mit einem kleinen Zelt machen sie sich auf, den gesamten South West Coast Path, Englands bekanntesten Küstenweg, zu wandern. Mit einem Mal ist ihr Zuhause immer nur dort, wo sie gerade sind. Sie begegnen Vorurteilen und Ablehnung, doch zugleich entdecken sie das Glück ihrer Liebe und lernen, Kraft aus der Natur zu schöpfen. Allen Widrigkeiten zum Trotz öffnet ihr mehrmonatiger Trip ihnen die Tür zu einer neuen Zukunft. (Quelle: Amazon)
Rosamunde Pilcher
Mehrere Romane von Rosamunde Pilcher spielen in St. Ives, wobei der Ort bei ihr „Porthkerris“ heißt. Die Romane wurden auch verfilmt und lösten einen ziemlichen Hype um Cornwall aus. In „Stürmische Begegnung“ (Original: Coming Home) spielt der Hafen von St Ives eine wichtige Rolle.
Rosamunde Pilcher wurde in Lelant, in der Nähe von St. Ives, geboren.
South West Coast Path
Der South West Coast Path ist mit 1014 Kilometern der längste offizielle Fernwanderweg in Großbritannien und führt von Somerset immer an der Küste entlang, über Devon bis nach Dorset und dabei einmal komplett um Cornwall herum. Ursprünglich war der Weg für die Küstenwache im Kampf gegen Schmuggler gedacht. Man hat also quasi von überall perfekte Sicht aufs Meer.



Spätestens das kommerziell sehr erfolgreiche Buch „Der Salzpfad“ von Raynor Winn hat ihn ins Zentrum der allgemeinen Aufmerksamkeit gerückt, denn der erzählt von einem besonders schönen Abschnitt dieses Weges.
Ich laufe dieses Mal leider nur zwei sehr kurze Stücke davon.
Das erste Stück von St. Ives bis Clodgy Point, einem Aussichtspunkt in nordwestlicher Richtung, von wo man einen tollen Blick auf die schroffe Küste hat (kaum der Rede wert, was die Entfernung angeht, trotzdem sehr schön und ein brauchbarer „Appetithappen“ für mehr!). Ursprünglich hatte ich mir vorgenommen von St. Ives bis zum The Merry Harvesters Stone Circle zu gehen (oneway vier Kilometer) oder darüber hinaus bis zum wunderschönen Ort Zennor. Allerdings breche ich frühzeitig ab, weil der Weg jetzt im Februar viel zu matschig ist. Teilweise versinke ich knöcheltief im Matsch. Das macht mir nicht so viel Spaß, und ich bin ein wenig in Sorge um die Sicherheit meiner Knöchel (trotz Wanderschuhen).
Stattdessen gehe ich zurück zum Mans Head, setze mich dort auf einen großen Stein und beobachte eine Weile, wie sich die Wellen an den Felsen brechen. Eindrucksvoll! Auf dem Rückweg entdecke ich einige Robben, die mich ebenfalls eine Weile beschäftigen.

Das zweite Stück ist von Mousehole nach Penzance (s.u.).
Ich bin während meiner früheren Aufenthalte in Cornwall längere Abschnitte des Coast Path gelaufen, was ich in sehr guter Erinnerung habe. Naturbelassene Wege mit herrlichen Aussichten. Wettermäßig hat der Sommer auch ein paar Vorteile… 😉

In England gibt es übrigens wirklich sehr viele ausgesprochen schöne und gut beschilderte Wanderwege, zum Beispiel den Coleridge Way in Somerset.
Penzance
Penzance liegt am westlichen Ende der Mount’s Bay, einer großen Bucht am Ärmelkanal, gegenüber dem bekannten Ausflugsziel St. Michael’s Mount (s.u.).
Der Name Penzance leitet sich vom kornischen „Pen Sans“ ab, was „heilige Landspitze“ bedeutet. Die Stadt war im 18. Jahrhundert ein bekanntes Piratennest. Klingt pittoresk, nicht wahr?
Tatsächlich ist Penzance aber ganz anders als beispielsweise St. Ives oder andere gemütliche, kleine Hafenorte. Penzance ist viel geschäftiger, quirliger, weniger malerisch. Die Stadt ist Endstation der Bahnlinie aus London, eine Art Verkehrsknotenpunkt für die umliegenden Dörfer. Gleich neben dem Bahnhof liegt der Busbahnhof, und sämtlich Verbindungen der Gegend führen über Penzance. Der nahe, lebhafte Hafen ist in erster Linie ein Fähr- und Handelshafen, Fischerei läuft mehr im benachbarten Newlyn.
Market Jew Street
Im Ortskern von Penzance gibt es gleich mehrere belebte Straßen mit bunten Geschäften. Die Market Jew Street ist so etwas wie die Hauptstrasse im Ort. An ihrem Kopf steht recht eindrucksvoll das Gebäude, in dem sich viele Jahre die Lloyds Bank befand. Derzeit wird das Gebäude renoviert und steht leer.



Davor steht eine Statue von Sir Humphry Davy (1778–1829), einem britischen Chemiker und Physiker, der in Penzance geboren wurde. Er war ein Pionier der Elektrochemie, entdeckte Elemente wie Natrium, Kalium, Calcium und Magnesium. Mir gefällt, dass eigentlich immer gerade eine Möwe (ich schätze, es ist nicht immer die selbe, hehe) auf seinem Kopf sitzt.

Die Market Jew Street kam mir diesmal etwas heruntergekommen vor. Es gibt einigen Leerstand und Geschäfte, die nicht wirklich zum Stöbern einladen. Das hatte ich anders in Erinnerung. Besser machen sich die Straßen Causewayhead und die enge Chapel Street.



Die Causewayhead ist eine Fußgängerzone mit einer spannenden Mischung aus Läden, die völlig aus der Zeit gefallen zu scheinen und ganz modernen Hipster-Läden. Letzteres freut mich besonders, da es mir zeigt, dass es weiterhin junge Menschen in der Stadt gibt, die Neues schaffen wollen. Ähnliches ist auch in der Chapel Street zu finden:
Chapel Street
Die „charaktervollste“ Straße von Penzance, so habe ich gelesen, sei die Chapel Street. Tatsächlich gibt es hier einiges zu sehen.


Allen voran das Ägyptenhaus (Egyptian House) in Nummer 6. Etwas exzentrisch mutet das reich verzierte Haus in der ansonsten überwiegend grauen kornischen Architektur an. Das inzwischen denkmalgeschützte Haus stammt von 1836 und wurde von John Lavin in Auftrag gegeben, der dort seine umfangreiche Mineraliensammlung ausstellen wollte. Inspirieren ließ er sich von der „Egyptian Hall“ in Piccadilly, London, die 1812 eröffnet wurde.
Im Ägyptenhaus kann man sich übrigens in drei Ferienwohnungen einmieten!



In der Chapel Street Nr. 25 lebte Maria Branwell (1783–1821), die Mutter der Brontë-Schwestern Emily Charlotte und Anne. Sie wurde hier in Penzance in eine „wohlhabende Methodisten-Familie“ geboren.
Im Jahr 1812 heiratete sie Patrick Brontë, mit dem sie sechs Kinder bekam. 1821 starb sie im Alter von nur 38 Jahren an den Folgen von Unterleibskrebs. Ganz aktueller Bezug: Gerade läuft im Kino die Neuverfilmung des Romans Sturmhöhe (Wuthering Heights) von Emily Brontë.
Die Chapel Street beherbergt sogar drei Pubs: In Nr. 49 das älteste Pub von ganz Cornwall, das Turk’s Head. In Nr. 46 fällt gleich der auf dem Dach des Admiral Benbow liegende Pirat auf. Ist er es womöglich höchst selbst? Und an der Ecke Queen Street steht das etwas angegammelte, aber doch urige The Globe (s. Bild weiter oben).



Es lohnt sich, mit offenen Augen durch die Straße zu laufen, es gibt weitere nette, unerwartete Dinge zum entdecken. In meiner Jugend gab es in der Chapel Street ein absolut hinreißend schönes, gemütliches und uriges Café mit den besten Kuchen, die man sich nur vorstellen kann – das Chocolate House. Ein Jammer, das es das nicht mehr gibt! Einzig die verschnörkelte Fassade an einem Fenster erinnert noch daran. Heute befindet sich hier ein einfaches Wohnhaus.
Ein paar Meter weiter entdecke ich in einem Garten den Anker der HMS Association. Sie war ein 90-Kanonen-Linienschiff der Royal Navy und das Flaggschiff von Sir Cloudesley Shovell, das 1707 bei einem der schwersten Schiffsunglücke der britischen Marinegeschichte sank. Zusammen mit drei anderen Schiffen lief sie nach der Rückkehr aus dem Mittelmeer (Spanischer Erbfolgekrieg) bei den Scilly-Inseln auf Grund. Dabei kamen 1400 bis 2000 Seeleute (je nach Bericht) zu Tode.
Es gibt eine Legende, wonach Sir Cloudesley Shovell das Unglück zunächst überlebte, aber am Strand von Dieben ermordet wurde, die seinen Ring stehlen wollten.
Am Ende der Straße steht die weithin sichtbare St. Mary’s Kirche. Leider ist sie geschlossen, als ich hinkomme. Aber der umliegende Park/Friedhof ist hübsch, nicht zuletzt durch seine Aussicht aufs Meer!
Café Tipp: The Honey Pot
Es gibt eine ganze Reihe einladend aussehender Cafés in Penzance. Zum Beispiel das moderne und recht stylische Wren and Raven, vis-à-vis zum Gebäude der ehem. Loyd’s Bank.
Oder das Roundhouse (s.u.) am oberen Ende der Fußgängerzone Causewayhead. Das taugt allerdings nur bei trockenem Wetter, denn für drinnen ist es zu klein.
Da ich nur wenig Zeit in der Stadt habe, kann ich leider viel zu wenige der netten Cafés ausprobieren. Letztlich entscheide ich mich für The Honey Pot in der Parade St 5. Das Café ist total gemütlich, und ich habe Glück, dass ich einen schönen Platz im Fenster erwische. Als ich um kurz nach 15 Uhr dort ankomme, ist es noch sehr voll, aber langsam leert sich der Laden, denn um 16 Uhr macht er schon Feierabend (ist halt Nebensaison…). Die entzückende, freundliche Bedienung läßt aber auch nach mir noch mehrere Gäste rein.
Es gibt hausgemachte Kuchen, Cream Tea (ich liiieeebeee Cream Tea!) und einige herzhafte Speisen. „Regionale Produkte bilden den Kern unserer saisonalen Speisekarte, und umweltbewusstes Handeln ist bei uns Standard,“ heißt es auf der Website. Gefällt mir! Ich bestelle – nein, kein Cream Tea, sondern „tapfer“… – eine Ofenkartoffel mit Coleslaw. Gute Wahl!
Kurz: Super freundliche Bedienung, nette, entspannte Atmosphäre, hübsches Ambiente und leckeres Essen. Was will man mehr?


Promenade
Die historische Promenade in Penzance ist über 1,6 Kilometer lang und reicht vom Zentrum bis in den Nachbarort Newlyn. Sie stammt aus dem 19. Jahrhundert und bietet spektakuläre Ausblicke auf die Mount’s Bay (inkl. St. Michael’s Mount himself). Sie wird intensiv genutzt von Anwohnern (meist zum Joggen) und Touristen (überwiegend zum Gucken und Flanieren) gleichermaßen. Es gibt ein paar Hotels (s. Hotel-Tipp unten), Cafés, Spielplätze und das berühmte Art-Déco-Meerwasserfreibad Jubilee Pool (s.u.).
Die Promenade wurde kürzlich saniert, um sie in Stand zu setzen und (noch) einladender für Besucher zu gestalten. Sie muss einiges abkönnen, denn immer wieder zerren Stürme und Meerwasser an ihr!

Jubilee Pool
Hauptattraktion an der Promenade ist der Jubilee Pool, direkt an den Battery Rocks mit Blick auf St. Michael’s Mount gelegen. Es ist das größte Meerwasser-Lido Großbritanniens, wurde 1935 (!) im Art-Déco-Stil gebaut und ist eins der wenigen erhaltenen seiner Art. Gebaut wurde es anlässlich der Silberhochzeit von König Georg V.. Heute steht das Bad unter Denkmalschutz.
Das Hauptbecken fasst fünf Millionen Liter Wasser und wird mit Meerwasser gefüllt. Bei Flut frischt sich das Wasser automatisch auf. Highlight ist aber das 2020 eröffnete geothermische Becken mit einer Wassertemperatur von 28–35 °C, das durch eine 410 Meter tiefe Quelle beheizt wird. Es wird empfohlen Tickets für dieses Becken vorab zu buchen (nur im Sommer möglich).
Jetzt im Februar ist natürlich (?) nichts los. Aber immerhin ist das Tor geöffnet und das angeschlossene Café geöffnet. Die Bedienung macht mir allerdings einen sehr muffigen Eindruck, so dass ich mir lieber etwas anderes suche.



Hotel-Tipp: Queens Hotel ***
Ich übernachte im Queens Hotel, nur ein paar Meter vom Jubilee Pool entfernt, in bester Lage an der Promenade. Mein Zimmer hat – ebenso wie das Restaurant – 1A-Blick aufs Meer. Aufs Meer und auf St. Michael’s Mount!
Das Hotel – das läßt sich leicht erkennen – muss mal die Top-Adresse in Penzance gewesen sein – bei der Größe und und der Lage. Einfach WOW! Allerdings ist die große Zeit ganz offensichtlich schon einige Jahre vorbei. Es fehlt an Investitionen und so entwickelt das alte Haus mit dem angeranzten Interieur einen ganz neuen Charme…
Der Blick aus dem Fenster ist sensationell, wenn auch leicht gedämpft durch wirklich sehr viel Mövenschiss auf der Scheibe! 😉
Mein Zimmer (EZ im 1 Stock) ist riesig. Allein das Bad ist so groß wie in manchen Londoner Hotels das ganze Zimmer. Es (das Bad) hat eine geblümte Tapete und verspielte Armaturen an der Badewanne (keine Mischbatterie). Das modernste im Zimmer dürfte der (in englischen Hotels quasi obligatorische) Wasserkocher sein, dicht gefolgt vom Fernsehtisch aus den 80er Jahren. Aber ich will nicht meckern, denn – ich sagte es wohl schon? – die Aussicht ist unschlagbar!



Die Promenade wird bei stürmischem Wetter nicht selten von Meerwasser geflutet. Ich habe Spaß dabei, zuzusehen, wie der ein oder andere Jogger eine unfreiwillige Dusche nimmt. Als ich zum fotografieren nach draußen gehe, erwischt es mich dann ebenfalls. Finde ich immer noch lustig. 😉
Mousehole
Es gibt einen Bus (Linie 6), der von Penzance ins sechs Kilometer entfernte Mousehole fährt. Die Fahrt dauert etwa 20 Minuten. Tickets gibt es beim freundlichen Fahrer.
Derzeit gibt es großen Ärger (inklusive Protest-Schilder „Save our bus stop“) darüber, dass der Hafen des Dorfes (was für Mousehole gleichbedeutend ist mit Ortskern) vom Bus nicht mehr angefahren wird. Die Endstation liegt jetzt ein paar (etwa 350) Meter außerhalb an der Straße nach Penzance. Nun, mir macht das nichts – ich laufe gern die paar Meter, denn ich finde alles interessant und sehenswert, kann den Ärger der Anwohner aber durchaus nachvollziehen.
Wie auch immer, ich laufe los – und dabei fast in einen kleinen, alten Mann hinein. Er kommt gerade vom Morgen-Schwimmen im Meer, bibbernd, nur in ein Handtuch gehüllt. Taff…! (Selbstverständlich grüßt er ausgenommen freundlich.)
Und dann stehe ich auch schon am Hafen. Im Grunde besteht Mousehole aus nicht viel mehr als diesem Hafen. Doch, doch, es gibt noch ein kleines (!) Gewirr an schmalen Gassen mit alten Häuschen, aber das war’s dann auch. (Ein Albtraum für jeden Autofahrer, der an deutsche Straßen gewöhnt ist, schießt es mir durch den Kopf.)



Zurück zum Hafen. Der wimmelt im Sommer von bunten kleinen Fischerbooten – und leider auch von Touristen. Aber auch hier gilt: Nicht so im Februar! Im Gegenteil. Als ich an diesem Dienstag Ende Februar hier unterwegs bin, bin ich quasi allein. In einem Café sehe ich ein Paar, das nach Touristen aussieht, und auf der Straße treffe ich je einen einzelnen Mann und eine einzelne Frau mit Fotoapparat, das war’s. Der Parkplatz neben dem Hafen ist so gut wie leer. Leer ist aber auch das Hafenbecken. Sämtliche Boote, die hier sonst so typisch sind (wahlweise im Wasser dümpelnd bei Flut oder auf Sand liegend bei Ebbe), liegen an Land.



Es hatte in den vergangenen Wochen einige sehr heftige Stürme im äußersten Südwesten Cornwalls gegeben, die zum Teil erhebliche Schäden angerichtet haben (besonders betroffen war übrigens St. Michael’s Mount). Ob das damit zu tun hat?!
Ich finde trotzdem alles schön. Vorab war ich – auch hier – ziemlich in Sorge, dass ich die Schönheit des Ortes in meiner Erinnerung verklärt habe. Aber nein, es ist alles so schön wie ich dachte!


Ich lasse mir viel Zeit beim Bummel um den Hafen und anschließend durch die kleinen, engen Gassen. Ich laufe auch einen (sehr matschigen) Weg oberhalb des Ortes und einmal um ihn herum, um nur ja keine schöne Aussicht-/Ansicht zu verpassen. Und davon gibt es wirklich viele. Aber trotzdem verspüre ich noch keinerlei Hunger, als ich schließlich das Gefühl habe, nun alles gesehen zu haben. Ursprünglich hatte ich mit dem Gedanken gespielt im Ship Inn zu Mittag zu essen. Aber das muss jetzt bis zum nächsten Mal warten… 😉
Stattdessen mache ich mich auf den Weg zurück nach Penzance. Dieses Mal spaziere ich (wandern wäre jetzt wirklich ein zu großes Wort für die kurze Strecke) zu Fuß. Von Mousehole sind es an der Küste entlang sechs Kilometer.
Am Ortsausgang komme ich zum Mousehole Rock Pool (oder „North Pole“). Vermutlich kam der alte Mann, den ich in der Frühe traf, von hier.

Der Mousehole Rock Pool ist ein Gezeitenbecken aus den späten 1960er Jahren. Eine Freiwilligengruppe („Friends of Mousehole Rock Pool“) kümmert sich um die Erhaltung und Reparatur des Beckens, das 2023/2024 in Teilen saniert wurde. Das Becken ist ideal für sicheres Schwimmen, ohne Angst vor heftigen Meeresströmungen. Und natürlich bietet es einen grandiosen Blick auf die Mount’s Bay. Insofern ist das Becken nicht nur bei Einheimischen, sondern auch bei Touristen sehr beliebt.
Auf meinem Weg komme ich durch Newlyn.
Newlyn
Newlyn ist ein Working Harbour, wo sich die Fischerboote nur so aneinanderreihen und auch in der Markthalle herrscht rege Betriebsamkeit.



In der Halle und in den kleinen Geschäften rund um das Hafengelände gibt es fangfrischen Fisch. Newlyn ist mit über 16 Hektar Hafenfläche einer der größten Fischereihafen in England (in Bezug auf das Gewicht/Tonnage sogar der größte).
An der sonst eher tristen Mauer der großen Hafengebäude gibt es eine Open Air Kunstausstellung mit Bildern, die Motive aus dem Berufsalltag der Fischer zeigen. Sehr gelungen, wie ich finde.
Es gibt einen kleinen Ortskern, in dem einiges los ist. Die umliegenden Geschäfte und Cafés sind gut besucht. Es gibt sogar einen kleinen Foodtruck. Ein netter Ort!



Übrigens war Newlyn der letzte Anlaufhafen der Mayflower, bevor diese 1620 ihre Atlantiküberquerung in die Neue Welt antrat. Das Schiff stoppte am Old Quay in Newlyn, um frisches Wasser aufzunehmen, da die mitgeführten Vorräte in Verdacht standen, mit Cholera kontaminiert zu sein. So heißt es zwar immer, die Mayflower sein von Plymouth aus gestartet, der letzte englische Hafen, von dem sie segelte, war aber Newlyn. Eine Tafel erinnert daran.



Schön ist auch der Abschnitt mit den Newlyn Greens, die in die Promenade von Penzance übergehen.
St. Michael’s Mount
Die Gezeiteninsel St. Michael’s Mount mit einem Schloss aus dem 14. Jahrhundert ist eins der touristischen Highlights in Cornwall. Sie ist das britische Pendant zum etwas größeren und deutlich bekannteren Mont St. Michael in der Normandie.
Das Schloss (St. Michael’s Mount Castle), das auf dem Gipfel thront, war seit 1659 im Besitz der Familie St. Aubyn. Dort wohnt auch heute noch ein echter Lord – inzwischen allerdings als Untermieter der Denkmalsschutz-Organisation National Trust. Insgesamt leben etwa 30 Menschen auf der Insel, sie arbeiten als Bootsmänner, Gärtner oder Touristen-Führer.
Durch den Golfstrom wachsen in den Schlossgärten subtropische Pflanzen. Während der Winterstürme Anfang 2026 haben die Gärten massive Schäden erlitten, ein Großteil der Bäume musste gefällt werden.
Im Sommer kann man Schloss und Garten besichtigen. Bei Ebbe läuft man zu Fuß über einem Kopfstein-gepflasterten Damm, bei Flut fährt man mit dem Boot.
Fun Fact: Der kornische Name bedeutet „grauer Fels im Wald„. Heute nicht mehr ganz passend… 😉
Einer Legende nach soll hier im 6. Jahrhundert der Erzengel Michael erschienen sein, wodurch der Ort zu einem religiösen Zentrum wurde. Eine andere Legende besagt, dass hier der Riese Corin gelebt haben soll.
Die Insel war Drehort für mehrere Filme, darunter House of the Dragon.
Im Februar ist das Schloss nicht geöffnet. Die Saison beginnt am 15. März. Der Vorteil im Winter: Bei Ebbe kann man den Außenbereich kostenlos besuchen. Der Nachteil: Bei Flut verkehren keine Boote. Im Sommer hingegen wird es schnell voll. Bei der Planung zum Thema Gezeiten oder Tickets hilft die Website (auch auf Deutsch).
Leider habe ich keine guten digitalen Bilder aus der Nähe.
Fazit
Cornwall – das ist für mich – zum Glück unverändert – Cream Tea, pittoreske Fischerdörfer und schmale Wanderwege an der Küste entlang.
Viel schöner als St. Ives kann ein Ort in meinen Augen nicht sein. Autofahrer sehen das vermutlich anders, denn die Straßen sind extrem schmal, zum Teil recht steil und Parkplätze gibt es quasi keine. Aber das ist alles nicht mein Problem. 😉
Mövengeschrei ist allgegenwärtig. Wind auch.
Im Februar mein Traum-Ziel!


