Liverpool
Nach Liverpool wollte ich schon sooo lange! Im Februar 2026 schaffe ich es endlich hier hin!
Liverpool verbinde ich in erster Linie mit Fußball und den Beatles. Und damit bin ich vermutlich nicht allein.
Die Stadt liegt im Nordwesten Englands. Manchester ist nur 45 Minuten entfernt, aus London sind es mit dem Zug gut zwei Stunden. Von dort komme ich. Mein erster Anlaufpunkt ist Lime Street Station, Liverpools Hauptbahnhof.
Bevor ich starte, hier ein paar Fakten über Liverpool:
- Die Einwohner Liverpools heißen Liverpudlians. Oder Scousers, nach dem lokalen Dialekt Scouse.
- Die Stadt liegt an der Mündung des Flusses Mersey in die Irische See.
- Sie hat den zweitgrößten Exporthafen Großbritanniens.
- Im 17. und 18. Jahrhundert war sie das Zentrum des britischen Sklavenhandels.
- Die historischen Hafenanlagen in Liverpool waren von 2004 bis 2021 UNESCO Weltkulturerbe.
- Liverpool hat zwei große Fußballvereine, den FC Liverpool und den FC Everton.
- Und auch zwei Kathedralen: die anglikanische Liverpool Cathedral und die moderne Metropolitan Cathedral. Sie befinden sich in der selben Straße (Hope Street).
- 2008 war Liverpool Kulturhauptstadt Europas.
- Liverpool ist eine UNESCO City of Music. (Ich wußte vorher gar nicht, dass es das gibt.)
- In Liverpool entstand die erste Chinatown Europas.
- Liverpool ist nach London die Stadt mit den meisten Museen im Vereinigten Königreich.
- Wegen seiner beeindruckenden Architektur dient Liverpool oft als Drehort für Filme und „doubelte“ auch schon für Städte wie Moskau, Dublin oder Paris.
Mit rund 500.000 Einwohnern ist Liverpool recht überschaubar und somit ideal, um alle Sehenswürdigkeiten zu Fuß zu erkunden. Das ist mein Plan!
St. George’s Quarter
Der Bahnhof Lime Street Station liegt im St. George’s Quarter, dem kulturellen Herz der Stadt. Hier gibt es auf engem Raum großartige viktorianische Architektur, darunter die prunkvolle St. George’s Hall, die Walker Art Gallery, das World Museum und die Liverpool Central Library. Das Ensemble liegt nur einen Steinwurf entfernt vom Bahnhof.
St. George’s Hall
Beim Verlassen des Bahnhofes sticht mir als erstes die eindrucksvolle St. George’s Hall ins Auge, ein eindrucksvolles Gebäude im neoklassizistischen Stil, das unter Denkmalschutz steht und schlichtweg nicht zu übersehen ist.
Ab ihrer Eröffnung im Jahr 1854 war hier das Schwurgericht von Liverpool, 1984 wurde dieses in die Queen Elizabeth II Law Courts verlegt. Heute ist die St. George’s Hall ein Veranstaltungsort für Konzerte, Ausstellungen und Konferenzen. Die historischen Gerichtssäle und Gefängniszellen im Untergeschoß können im Rahmen einer Führung besichtigt werden.
Hauptattraktion ist die von Charles Robert Cockerell entworfene 50 Meter lange, 27 Meter breite und 25 Meter hohe Great Hall mit seinem wunderschönen Mosaikboden. Er besteht aus über 30.000 Kacheln, die das Wappen der Stadt, Seenymphen, Delfine und Tritonen zeigen. Leider ist der nur in den Sommermonaten für die Öffentlichkeit zugänglich. Ich verpasse ihn also leider… Allerdings hab ich gelesen, dass das schon so eine Art Großereignis in Liverpool sei und große Besuchermassen anzieht. Insofern bin ich gar nicht so böse!


Radisson RED Liverpool Hotel
Auf der gegenüberliegenden Seite der St. George’s Hall an der Lime Street, im selben Block wie der Bahnhof, liegt das Radisson RED Liverpool Hotel.
Das fünfstöckige, heute denkmalgeschützte Gebäude wurde 1871 von Alfred Waterhouse entworfen und unter dem Namen North Western Hotel als Bahnhofshotel der London and North Western Railway eröffnet. 1933 wurde das Hotel geschlossen, später kurzzeitig wiedereröffnet und ab 1996 als Bürogebäude und Studentenwohnheim (!) genutzt. Das Gebäude im Stil der Neorenaissance ähnelt in Größe und Opulenz einem französischen Schloss. Krass, als Student in so einem Gebäude zu wohnen!
Seit 2022 befindet sich hier das komplett renovierte Vier-Sterne-Hotel Radisson RED Liverpool.

Walker Art Gallery
Ein paar Meter weiter schließt sich die kreisförmige, kopfsteingepflasterte William Brown Street an, an der die neoklassizistischen Gebäude der Walker Art Gallery, des World Museums, des County Sessions House und die St. John’s Gardens liegen.
Die Walker Art Gallery umfaßt eine riesige Sammlung an Gemälden, z.B. von Rubens und Rembrandt, aber auch Skulpturen und Glas-, Keramik- und Möbelstücke aus der Zeit von der Antike bis zum 20. Jahrhundert. Sie gilt als eine der besten Kunstgalerien Europas.
Der Eintritt ist – wie so oft in England – kostenlos.
Rund um den Platz befinden sich mehrere Statuen und Brunnen, wie die Steble Fountain, die Sir Arthur Bower Forwood Statue und die 40 Meter hohe Wellington Säule (auch Waterloo Memorial).
Letztere wurde zu Ehren des Herzogs von Wellington erbaut, zur Erinnerung an die Schlachten, die er während der Napoleonische Kriege gewann, wie die Schlacht von Talavera, die Schlacht von Vitoria, die Belagerung von Badajoz und natürlich die Schlacht bei Waterloo.
Ich fühle mich fast ein bisschen erschlagen und weiß kaum, wo ich zuerst hinschauen soll. Alles sehr eindrucksvoll. Aber auch alles ein wenig abgerockt.



Liverpool Town Hall
Über die belebte Dale Street geht es in fünfzehn Minuten zur Liverpool Town Hall. Das Rathaus ist ein prachtvolles, denkmalgeschütztes Gebäude, das 1754 von John Wood dem Älteren entworfen wurde, 1795 abbrannte, dann wieder aufgebaut wurde und heute als eines der besterhaltenen georgianischen Rathäuser des 18. Jahrhunderts gilt.
Es besticht durch seine prunkvolle Innenausstattung, wie dem großen Ballsaal und dem Ratssaal (Council Chamber), die im Rahmen von geführten Touren besichtigt werden kann.
Neben offiziellen Ratssitzungen finden hier auch Hochzeiten, Empfänge und Konferenzen statt.
1964 traten die Beatles zur Premiere des Films „A Hard Day’s Night“ vor geschätzten 200.000 Fans auf den Balkon des Rathauses auf, weshalb er häufig „Beatles-Balkon“ genannt wird. Dieser Moment, bei dem die Band zusammen mit dem Lord Mayor erschien, gilt als Höhepunkt der Beatlemania in ihrer Heimatstadt.

Hope Street
Mein nächstes Ziel ist die Hope Street, die als „eine der besten Straßen Großbritanniens“ gilt. Was auch immer das heißen mag. 2013 wurde sie jedenfalls von der Academy of Urbanism zur „Great Street“ gekürt.
Kultur gibt es hier jedenfalls: In der Hope Street befinden sich die Liverpool Philharmonic Hall und das Everyman Theatre sowie zahlreiche Pubs und Restaurants, darunter die berühmten Philharmonic Dining Rooms (Nr. 36).
Philharmonic Dining Rooms
Die „Philharmonic Dining Rooms“ (kurz „Phil“) sind ein legendäres, denkmalgeschütztes Pub aus dem Jahr 1898, eines der ersten aus dem viktorianischen Zeitalter. Es gilt vielen als eines der schönsten Pubs in England. Ich erkenne sofort weshalb!
Die Jugendstil-Architektur mit Holzvertäfelung und Buntglasfenster haut mich schlichtweg um. Es erscheint mir fast unwirklich, dass diese Räume in Benutzung und kein Museum sind. Und das sind sie, in Benutzung! Es hat mich einige Mühe gekostet, hier ein Foto mit wenig Menschen aufzunehmen!
Es heißt, das Pub sei auch ein beliebter Treffpunkt der Beatles gewesen.
Ein absolutes Highlight meines Liverpool-Aufenthaltes!



Buch-Tipp: Hope Street von Campino
Campino, Sänger der Band Die Toten Hosen, hat ein autobiographisches Buch mit dem Titel „Hope Street – Wie ich einmal englischer Meister wurde“ geschrieben. Es erschien im Jahr 2020, nachdem sein Lieblings-Verein, der FC Liverpool, zum ersten Mal nach 30 Jahren wieder englischer Fußballmeister wurde. „In dem Buch erzählt Campino von seiner deutsch-englischen Familie, seiner Liebe zu einem Land, das irgendwo zwischen Beatles und Brexit steht – und natürlich von seiner rasenden Leidenschaft zum Liverpool FC. „Hope Street“ stieg sofort auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste ein.“ (Quelle: Die Toten Hosen Shop)
By the way: Die Hörbuch-Version enthält als Bonus das Lied „Long Way from Liverpool“ von den Toten Hosen, sowie deren Coverversion von „Penny Lane“ der Beatles und „Hope Street“ von T. V. Smith und – „natürlich“ – die Hymne des FC Liverpool „You’ll Never Walk Alone“.
Das Buch habe ich mir vor der Reise als Einstiegs-Lektüre gekauft. Eine gute Wahl! Als ich die Straße hoch und wieder runter laufe, muss ich die ganze Zeit an Campinos Schilderungen denken und bedaure ein bisschen, dass heute keine Heimspieltag ist, denn – so habe ich im Buch gelernt – die Mannschaft des FC Liverpool pflegt vor Heimspielen im Hope Street Hotel abzusteigen. Campino schreibt, es sei sein Lieblingshotel in der Stadt, weil es „so ruhig und familiär“ zuginge. Ich finde auch, dass es höchst ansprechend aussieht – allerdings ist es leider nicht in meiner Preisklasse. 😉



Ich finde es ganz lustig, dass sich Liverpool gleich zwei Kathedralen „gönnt“, noch dazu liegen beide in/an der Hope Street.
Liverpool Metropolitan Cathedral
Die Liverpool Metropolitan Cathedral of Christ the King, so der volle Name der modernen, kreisrunden katholischen Kathedrale, stammt aus dem Jahr 1967. Sie liegt am nördlichen Ende der Hope Street.
Das zeltartige Design von Sir Frederick Gibberd hat ihr den Spitznamen „Paddys Wigwam“ eingebracht. (Paddy nach dem irischen Nationalheiligen St. Patrick, da die katholische Gemeinde in Liverpool größtenteils irischer Abstammung ist.) Der Nachkriegsbau ist keine Schönheit, wie ich finde. Besonders in seiner Art ist er dennoch und steht unter Denkmalschutz.


Liverpool Cathedral
Ganz anders ist die im 20. Jahrhundert erbaute neugotische Cathedral Church of Christ in Liverpool, unter Freunden kurz Liverpool Cathedral, die sich am anderen Ende der Hope Street befindet. Anders, aber auch nicht wirklich schön, eher gewaltig.
Sie ist die Kathedrale der anglikanischen Diözese von Liverpool und die größte Kathedrale Englands, dazu eine der letzten Großkirchen, die im Stil der Neogotik errichtet wurden. Hauptarchitekt war Sir Giles Gilbert Scott (den Ausschreibungs-Wettbewerb gewann er im zarten Alter von 22 Jahren), der auch die Battersea Power Station in London und das Design der britischen roten Telefonzellen entwarf.
Die Grundsteinlegung für die Kathedrale erfolgte 1904, aber erst im Jahr 1978 war der Bau vollendet. Scott erlebte das nicht mehr – er starb 1960.
Highlight ist der 101 Meter hohe Turm, von dem man einen tollen Panoramablick über die Stadt hat. Der Eintritt zum Turm kostet €8,95 (Stand März 2026), Tickets gibt es auf der Website. Man gelangt mit Hilfe zweier Aufzüge ein gutes Stück nach oben, die letzten 108 Stufen muss man allerdings zu Fuß schaffen.
Es geht die Legende, dass Sir Paul McCartney, der in der Forthlin Road Nr. 20 im Stadtteil Allerton aufwuchs, hier beim Vorsingen als Chorknabe abgelehnt wurde. Nun denn, seiner Weltkarriere tat dieser Umstand offensichtlich keinen Abbruch. 😉
Street Art: A Case History
Auf Höhe der Mount Street gibt es ein interessantes Stück Street Art: die Skulptur „A Case History“ von John King aus dem Jahr 1998.
Die Skulptur besteht aus mehreren Stapeln steinerner Koffer, die die Namen bekannter Persönlichkeiten mit Bezug zu Liverpool, wie Sir Paul McCartney, John Lennon, William Roscoe oder Cilla Black, tragen. Die Koffer sind gedacht als Symbol für das Kommen und Gehen von Menschen, von Einwanderern, Auswanderern und Seeleuten.


Albert Docks & Hafen
„Im Hafen schlägt das Herz von Liverpool.“ Diesen Satz habe ich gefühlt in jedem Artikel, den ich in der Vorbereitung auf diesen Trip gelesen habe, gefunden…
Hier im Hafen trifft der Fluss Mersey auf die Irische See. Besonders im 19. Jahrhundert und noch zu Beginn des Ersten Weltkriegs war Liverpool der zweitwichtigste Hafen des britischen Empires. Während der Viktorianischen Zeit liefen zeitweilig 40 Prozent des Welthandels über Liverpool. Heute ist er der zweitgrößte Exporthafen Großbritanniens.

Das Royal Albert Dock ist das Herzstück des Hafens. Ach was, der ganzen Stadt! Es ist ein Komplex aus Lagerhäusern und Hafengebäuden aus dem Jahr 1846. Nach dem Zweiten Weltkrieg verfiel alles und wurde 1972 komplett geschlossen. Ab den 1980er-Jahren begann der Wiederaufbau. Inzwischen erstrahlen die Docks in neuem Glanz.
Mehrere Museen von Weltrang befinden sich hier, wie die Tate Liverpool, das Merseyside Maritime Museum und das International Slavery Museum. Im 17. und 18. Jahrhundert war Liverpool das Zentrum des britischen Sklavenhandels.



Von 2004 bis 2021 gehörte das Royal Albert Dock als Teil der „Maritime Mercantile City“ zum UNESCO-Weltkulturerbe. Aufgrund moderner Bauprojekte wurde der Titel 2021 aber wieder aberkannt. Dabei ist der Mix aus Alt und Neu besonders reizvoll!
Zu den alten architektonischen Highlights zählen die Drei Grazien (s.u.). Dazu gesellen sich hochmoderne Gebäude wie das 2011 eröffnete Museum of Liverpool mit seiner markanten Fassade (entworfen übrigens vom dänischen Architektenbüro 3XN, das auch das Cube Berlin am Berliner Hauptbahnhof entwickelt hat) sowie die auffälligen Mann Island Gebäude.


Die Mann Island Gebäude sind ein von Broadway Malyan entworfenes, markantes Mixed-Use-Projekt aus dem Jahr 2013. Der Komplex besteht aus zwei 14-stöckigen Wohnblöcken und einem weiteren Bürogebäude aus einer schwarzer Granit- und Glaskonstruktion. Ebenfalls sehr modern sind das Liverpool Pier Head Ferry Terminal und die West Tower.
Der Hafen, vor allem das Albert Dock, hat sich inzwischen längst als touristisches Zentrum etabliert. Es gibt viele Restaurants und einige Food Trucks, sogar im Februar. Im Sommer ist hier sicher einiges mehr los. Als ich hier bin, ist der Tag recht grau und es tröpfelt ein wenig. Mich stört’s nicht, aber die Stimmung an einem lauen Sommerabend stelle ich mir auch gut vor! 😉



Pier Head und die Drei Grazien
Bei den „Drei Grazien“ handelt es sich um das Cunard Building (die Cunard Reederei war eine der größten Reedereien Europas), das Port of Liverpool Building und das Royal Liver Building.
Das Liver Building wurde 1911 als Sitz einer Versicherung vom Architekten Walter Aubrey Thomas im edwardianischen Barockstil entworfen. Zum Zeitpunkt seiner Fertigstellung war es einer der ersten Stahlbeton-Wolkenkratzer der Welt und das höchste Gebäude Europas. Bekannt ist es für seine zwei Uhrentürme mit den riesigen, über sechs Meter hohen Fantasie-Vögeln „Liver Birds“ auf dem Dach, die als Schutzsymbole der Stadt gelten.
Das Gebäude kann im Rahmen einer geführten Tour besichtigt werden. Die dauert eine gute Stunde und beinhaltet den Besuch des Besucherzentrums, des Uhrturms und der Aussichtsplattform im 15. Stock.



Beatles-Statue
Untrennbar mit Liverpool verbunden sind natürlich die Beatles. Man begegnet John, Paul, Ringo und George an quasi jeder Ecke. Am Hafen vor den Drei Grazien gibt es ein äußerst beliebtes Fotomotiv mit den Pilzköpfen, einer überlebensgroßen Statue der berühmten Pop-Band. Sie wurde 2015 vom Bildhauer Andrew Edwards geschaffen, vom Cavern Club (s.u.) gestiftet und zeigt die Fab Four beim Schlendern an der Promenade. Manchmal muss man Schlange stehen für ein Selfie.
Ein weiterer „Beatles-Begegnungsort“ ist das Museum The Beatles Story zehn Minuten entfernt am Royal Albert Dock. Hier gibt es Erinnerungsstücke und eine interaktive Ausstellung zum Leben und zur Ära der Beatles. Auf der Website des Museums klingt das so: „Die Beatles Story in Liverpool ist viel mehr als ein Museum… Sie sind eingeladen, sich auf eine unglaubliche Zeitreise in das Leben und die Musik der Beatles zu begeben. Erleben Sie die Beatlemania hautnah in Instagram-tauglichen Nachbildungen von Schlüsselorten der Bandgeschichte, darunter Hamburg, der Cavern Club, die Abbey Road Studios und vieles mehr. Entdecken Sie faszinierende Original-Erinnerungsstücke auf Ihrer Reise entlang des langen und kurvenreichen Weges von George Harrisons erster Gitarre bis zu John Lennons letztem Klavier und darüber hinaus.“
Der Eintritt kostet derzeit 20£ (Stand März 2026).

Weitere Denkmäler & Statuen im Hafen
Auf der Uferpromenade gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Denkmäler und Statuen. Hier nur eine kleine Auswahl:
Zum Beispiel der Granit-Obelisk des Titanic Memorials, das der Besatzung im Maschinenraum gewidmet ist, die beim Untergang des Ozeandampfers auf ihren Posten blieb. Die Reederei White Star Line, zu der die Titanic gehörte, hatte ihre Büroräume am Liverpooler Hafen.
Oder die Schiffsschraube der RMS Lusitania vor dem Merseyside Maritime Museum. Die Lusitania war ein Passagierschiff der Cunard Line und wurde ab 1907 zwischen Liverpool und New York eingesetzt. Sie war damals das größte Schiff der Welt. Im ersten Weltkrieg wurde sie von einem deutschen U-Boot versenkt. Die Schiffsschraube wurde 1982 aus dem Wrack vor der irischen Küste geborgen und im Hafen von Liverpool ausgestellt. Sie wiegt über 20 Tonnen.


Zu Ehren von Captain Frederic John Walker wurde 1988 am Pier Head eine Statue des Bildhauers Tom Murphy durch Prinz Philip enthüllt. Walker entwickelte entscheidende Taktiken zur U-Boot-Abwehr während der Atlantikschlacht. Er versenkte mindestens 20 deutsche U-Boote – so viele wie kein anderer – und sicherte damit lebenswichtige Versorgungswege. Er gilt vielen Briten als ebenbürtig mit Lord Nelson.
In der Nähe des Pier Masters House steht die 2003 ebenfalls von Tom Murphy entworfene Statue des Liverpooler Rock-’n‘-Roll-Sängers Billy Fury. Bevor er in den 1960er Jahren berühmt wurde, arbeitete er als Deckhand auf einem Mersey-Schlepper.
Tate Liverpool
Gleich nach ihrer Eröffnung im Jahr 1988 hat sich die Tate Liverpool zu einer der meistbesuchten Kunstgalerien außerhalb von London entwickelt. Der Ausstellungs-Schwerpunkt liegt auf britischer Kunst ab dem Jahr 1500 bis zur Gegenwart und auf moderner und zeitgenössischer internationaler Kunst.
Der Museumsshop eignet sich perfekt, um das ein oder andere Souvenir zu erstehen. Das Angebot reicht von Büchern, Schmuck und Design-Haushaltswaren bis zu den obligatorischen (Kunst-) Postkarten. Wie in den meisten staatlichen Museen Englands, ist der Eintritt frei.
Tate Liverpool ist übrigens nicht der einzige Ableger der berühmten Londoner Galerie. Es gibt einen weiteren im cornischen St Ives.

Wheel of Liverpool und M&S Bank Arena
In südlicher Richtung schließt sich Keel Wharf an. Hier steht das weithin sichtbare Riesenrad, das sich inzwischen ja fast jede Großstadt gönnt, das Wheel of Liverpool. Man hat eine tolle Aussicht auf die Stadt und den Hafen, aber die Fenster der Gondeln sind reichlich zerkratzt, so dass es schwer ist, brauchbare Fotos zu machen. Der Ticketpreis liegt derzeit bei 13£ (Stand März 2026).
Gleich neben dem Riesenrad befindet sich die M&S Bank Arena (bis 2019 lief sie unter dem Namen Echo Arena), die 2008 eröffnet wurde. Sie bietet Platz für bis zu 11.000 Besucher. Hier finden Konzerte, Sportveranstaltungen und andere Großevents statt. Die Arena ist Teil des ACC Liverpool Campus am Kings Dock. Es gibt ein integriertes Parkhaus (Kings Dock) mit 1450 Plätzen.


Liverpool One
Liverpool ONE ist ein riesiges, modernes Open-Air-Einkaufs- und Freizeitviertel im Herzen von Liverpool, fast ein Stadtteil für sich. Es ist eins der größten Stadtentwicklungsprojekte im Vereinigten Königreich integriert es Einzelhandel, Wohnraum und Freizeitaktivitäten auf 42 Hektar. Über 170 Geschäfte, Restaurants und Cafés laden zum Bummeln ein. Alles neu und schön (?). Da es sich größtenteils um Filialisten handelt, finde ich es ehrlicherweise nicht ganz so attraktiv, aber wenn man auf der Suche nach Souvenirs ist oder irgendwas zu Hause vergessen hat – hier findet man alles! Aber man ist nicht allein – über 22 Millionen Besucher kommen jedes Jahr hier her…
Ein beliebtes Fotomotiv ist der hier aufgestellte Liverpool-Schriftzug. (Nicht wundern, dass ich ihn hier nicht zeige, mir war er – ups! – kein Foto wert…)

Ropewalks-Viertel
Deutlich attraktiver finde ich Ropewalks, ein In-Viertel, ebenfalls im Zentrum von Liverpool. Es erstreckt sich zwischen Hauptbahnhof (Lime Street Station) und Chinatown. Es gilt als Hinterhof-Viertel mit „viel Charakter“.
Der Name stammt aus dem 19. Jahrhundert, als in den Straßen Seile für die Schifffahrt hergestellt wurden. In den viktorianischen Lagerhäusern befinden sich heute kleine Boutiquen, Second-Hand-Läden, stylische Cafés und schicke Bistros. Das gilt insbesondere für die Bold Street, die Hauptstrasse des Viertels. Sie ist eine der beliebtesten und belebtesten Straßen Liverpools. Es geht quirlig zu! Die Atmosphäre ist geschäftig und doch entspannt, mit kreativem, alternativ angehauchtem Flair.



In der Gegend gibt es zahlreiche kulturelle Einrichtungen, unter anderem das Medienkunstzentrum FACT (Foundation for Art and Creative Technology) mit vier Kinosälen, das Epstein Theatre und die ikonische St Luke’s Bombed Out Church, die sich über der Bold Street erhebt und auch bei Einheimischen sehr beliebt ist.
Das Viertel ist auch bekannt für sein intensives Nachtleben. Besonders die Fleet Street, aber auch die Seel Street und der Concert Square sind Epizentren für Bars, Pubs und Restaurants, die besonders bei Studenten beliebt sind. In den Nachtclubs und Musiklokalen herrscht bis spät in die Nacht reges Treiben. Am Morgen danach heißt es Augen auf, wenn man nicht auf einer der Kotz-Lachen ausrutschen will! 😉



St Luke’s Bombed Out Church
Am oberen Ende der Berry Street befindet sich die weithin sichtbare St Luke’s Bombed Out Church. Sie ist ein markantes Wahrzeichen des Ropewalks Viertels.
Die Ruine der anglikanischen Pfarrkirche aus dem 19. Jahrhundert, ist seit 1950 ein Mahnmal gegen den Krieg. Sie wurde während der deutschen Luftangriffe auf Liverpool (engl. Liverpool Blitz) zwischen 1940 und 1942 zerstört. Wegen seines Hafens war Liverpool im Zweiten Weltkrieg von großer strategischer Bedeutung für die alliierten Nachschublinien. Bei den schwersten Bombardements außerhalb Londons wurden über 4000 Zivilisten getötet und große Teile der Infrastruktur zerstört.
Heute ist die Ruine ein Ort der Erinnerung. Jedes Jahr am 7. Mai finden Gedenkveranstaltungen statt.
Gegen eine freiwillige Spende kann man (mit unregelmäßigen Öffnungszeiten) das Gelände besuchen. Ich habe Glück, es ist geöffnet, als herkomme. Die junge Frau am Info-Schalter ist super-freundlich und bedankt sich beim Rausgehen für meinen Besuch…



Auf einer kleinen Rasenfläche vor der Kirchenruine steht die Skulptur „All Together Now“. Sie erinnert an ein Fußballspiel zwischen britischen und deutschen Soldaten am ersten Weihnachtsfeiertag 1914 und zeigt je einen Soldaten beider Länder, die sich die Hände reichen. Es ist ein Denkmal für die besonderen Momente im Krieg, in denen die Menschlichkeit selbst inmitten des Grauens des Krieges zum Vorschein kommt.
Hotel-Tipp: The Resident Liverpool****
Ich übernachte im The Resident Liverpool****, mitten im Ropewalks-Viertel. Das Hotel kann ich uneingeschränkt empfehlen!
The Resident ist eine inhabergeführte, britische Hotelkette mit fünf Boutique-Hotels in zentraler Lage in London, Liverpool und Edinburgh. Das Hotel in Liverpool befindet sich in einem ehemaligen Lagerhaus aus dem 19. Jahrhundert in der Seel Street. Am Freitag Abend ist in den unzähligen Bars und Restaurants in den Straßen im Viertel die Hölle los. In meinem Zimmer bekomme ich davon allerdings nichts mit. Trotz der zentralen Lage ist es sehr ruhig.
Das Hotel hat eine einladende, warme Atmosphäre und äußerst freundliches Empfangspersonal. Mein modernes Zimmer hat ein maßgefertigtes Doppelbett, das gemütlich in eine Ecke eingebaut ist, mit Blick auf den Fernseher (wahlweise schräg durchs Fenster), einen kleinen Schreibtisch, ein angenehmes Bad mit guter Dusche und eine clever integrierte Miniküche.
Das Ganze kostet mich 120 € die Nacht (ohne Frühstück), was mir fair erscheint. Ich hab’s übrigens selbst bezahlt. Die Werbung basiert also ungekauft auf meiner Erfahrung vor Ort.



Chinatown
Die Geschichte der chinesischen Einwanderer begann in den 1860er Jahren, als durch die Blue Funnel Line erste Seeleute aus Shanghai und Hongkong nach Liverpool kamen, um in den Docks zu arbeiten. Gehandelt wurde mit Baumwolle und Tee. Die Chinesen gründeten in der Nähe der Docks um den Cleveland Square die erste Chinatown Europas. Trotz der Zwangsausweisung vieler Seeleute nach dem Zweiten Weltkrieg blieb die Gemeinde jedoch bestehen und prägt bis heute als älteste ihrer Art in Europa die kulturelle Identität Liverpools. Aktuell leben um die 10.000 Chinesen in Liverpool und Umgebung.
Der Pailou in der Nelson Street/Berry Street ist der größte außerhalb Chinas. Er ist 13,5 Meter hoch, wurde in Shanghai gefertigt und von chinesischen Handwerkern montiert. Er war ein Geschenk aus Liverpools Partnerstadt Shanghai. Ein Pailou ist ein traditionelles chinesisches Tor, das „als Ehrenpforte, dekorativer Torbogen oder Eingang zu Tempeln, Gräbern oder Straßen dient“.
Die Gegend ist bekannt für seine authentischen Restaurants, Supermärkte und die jährlichen Feierlichkeiten zum chinesischen Neujahr. Die dafür montierten Lampions hängen noch, als ich im Februar hier unterwegs bin.

Baltic Triangle
Im Süden schließt sich das angesagte Baltic Triangel an, ein cooles Ausgehiertel in einem ehemals tristen Industrie- und Lagerhausgebiet in Hafennähe.
Die Straßen rund um die Jamaica Street warten auf mit coolen Stores, alternativen Boutiquen, angesagten Restaurants und hippen Bars.
Der Botanical Garden in der New Bird Street ist garantiert eine coole Sommerbar. Im Februar ist er eigentlich geschlossen, aber ich habe die Chance eine Blick hinters Tor zu werfen. Dort scheint eine Privat-Party im Gge zu sein. Mehrere offene Ofen sind angefeuert und es läuft chillige Musik.
Street Art im Baltic Triangle
Mir gefällt am Baltic Triangel besonders, dass es hier ganz viele, sehr tolle Murals gibt!
Das Viertel ist ein dynamisches Zentrum für Graffiti, vor allem in der Jamaica Street, New Bird Street und um die Northern Lights Gallery. Recht bekannt sind die Werke von Paul Curtis „Liver Birds Wings“ und „Evolution of Man“. Im Bereich der New Bird Street/Jamaica Street befindet sich ein Skatepark, der regelmäßig mit neuer Graffiti-Kunst gestaltet wird.
Mein Favorit ist das Mural von Jürgen Klopp, dem ehemaligen Trainer des FC Liverpool, in der Jordan Street Ecke Jamaica Street und die fotorealistischen Werke am Wedding House.
Die Kunstwerke im Baltic Triangle ändern sich häufig, was den Bereich zu einer sich ständig weiterentwickelnden „Open-Air-Galerie“ macht. Das ist einerseits toll, weil alles ständig im Wandel ist, aber irgendwie auch immer traurig, wenn gute Murals verschwinden…






Baltic Market
Der Baltic Market ist der erste und bekannteste Streetfood-Markt der Stadt. In einer umgebauten Industriehalle bietet er eine große Auswahl an Pizza, Pasta und Burger (sogar Döner) oder – etwas origineller – Halloumi-Fritten oder gefüllte Waffeln. Veganer und Fleischliebhaber kommen gleichermaßen auf ihre Kosten.
Ich esse hier zu Mittag. Mir gefällt die entspannte Atmosphäre. Es ist Freitag am frühen Nachmittag und ich bekomme ohne Probleme einen Platz, ohne, dass ich mich einsam fühlen müsste. Ideal, möchte ich sagen.



Red Brick Market
Der Red Brick Market wurde 2016 in einem leerstehenden Lagerhaus eröffnet und bietet kleinen, lokalen Unternehmen und Start-ups eine Plattform, um ihre Produkte zu verkaufen. Inzwischen bieten über hundert unabhängige Händler eine riesige Auswahl an Vintage-Kleidung (Adidas!), Mid-Century-Möbeln, antiken Fundstücken, Schallplatten, handgemachten Geschenken, die teilweise richtige kleine Kunstwerke sind, viel Kitsch und skurrile Sammlerstücke an. Eine wirklich tolle Mischung!
Vergleiche mit Londons Camden Market drängen sich auf, aber mein Eindruck ist, dass hier doch deutlich ruhiger und authentischer hergeht. Die Atmosphäre ist sehr gechillt, äh, entspannt.
Der Markt ist an sieben Tage die Woche geöffnet (Montag bis Samstag 10-18 Uhr, Sonntag 11-18 Uhr).


Cavern Quarter
Das Cavern Quarter rund um die berühmte Mathew Street ist das historische Herz des Merseybeat, dessen bekannteste Vertreter die Beatles sind. Und hier steht auch heute noch wirklich alles im Zeichen der Beatles. Es gibt lebensgroße Beatles-Statuen, Souvenirshops mit Beatles-Devotionalien, natürlich das Beatles Museum, ein Hotel mit dem Namen Hard Days Night, große John Lennon Murals und natürlich den berühmten Cavern Club.



Der Cavern Club ist ein Anziehungspunkt für Touristen aus der ganzen Welt. Die Beatles traten hier fast 300 Mal auf. Oft wird behauptet, hier habe ihre Karriere begonnen, aber auch wenn die Beatles aus Liverpool stammen, begann ihre Karriere in den Clubs auf dem Hamburger Kiez (u.a. im Kaiserkeller). Das wollen wir hier mal nicht vergessen, nä?! 😉
Der Club wurde 1957 gegründet und oft heißt es, er sei der „berühmteste Club der Welt“.


Die Mathew Street und ihre Seitenstraßen sind voll mit Pubs und Bars. Und voll von (vollen) Touristen-Gruppen. Nicht mein Fall.
Anfield Road
Früh am Samstagmorgen mache ich mich auf den Weg zur Anfield Road, um das Heimstadion des Liverpool FC zu sehen. Dafür nehme ich ab dem Busbahnhof Liverpool One den Bus 26, der quasi genau vorm Stadion hält. Die Fahrt dauert gut 20 Minuten.
Man muß nicht Fan des der Reds sein, um dem Charme der Anfield Road zu erliegen. Ich denke, der Besuch sollte ein Muss für jeden Fußball-Fan sein, egal welchen Verein man unterstützt. Die Anfield Road ist Fußball-Geschichte pur!
Vom Stadion selbst bin ich ein bisschen enttäuscht – es ist ein typisches, modernes Fußballstadion. Aber das Drumherum kriegt mich! Mir gefällt zum Beispiel, dass englische Fußballstadien üblicherweise mitten in Wohngebieten liegen, statt wie in Deutschland häufig in der Peripherie. In den Straßen rundherum, wie beispielsweise der namensgebenden Anfield Road oder der Rockfield Road, stehen typisch englische Einfamilien-Reihenhäuser. Und an deren Wänden finden sich super-viele (was die Dimension und Kunstfertigkeit angeht) großartige Murals, z.B. von Ian Rush, Steven Gerrard, Roberto Firmino oder Virgil Van Dijk. Es gibt noch viele weitere, inzwischen auch von Fußballspielerinnen!






Als Deutsche gefällt es mir, dass Jürgen Klopp in Liverpool so erfolgreich war. Er genießt hier Heldenstatus. Überall in der Stadt finden sich Graffiti von ihm. Am Stadion, im angeschlossenen Souvenir-Shop und an den Ständen fliegender Händler, die bereits jetzt, am frühen Morgen, ihre Stände mit Fan-Schals aufbauen, um gewappnet zu sein für das am Nachmittag stattfindende Heimspiel, überall sticht mir der Namenszug oder das Gesicht des „neuen Deutschen“ im Dienste des Liverpool FC ins Auge: Florian Wirtz. Der muss sich allerdings erst noch behaupten in England!
Obligatorisch ist natürlich ein Foto vom Eingangstor mit dem Schriftzug You’ll Never Walk Alone. 😉
Was den Liverpool FC in meinen Augen auch besonders macht, sind die vielen Tragödien nicht-sportlicher-Art, die der Club durchmachen musste:
1985 verursachten Liverpool-Anhänger bei der Katastrophe von Heysel eine Massenpanik, durch die 39 Fans von Juventus Turin zu Tode kamen.
1989 starben bei der Hillsborough-Katastrophe in Sheffield 97 Anhänger des FC Liverpool, als Polizei und Ordnungskräfte schwere Fehler an einem überfüllten Zuschauerblock machten, als viel mehr Fans als die zulässige Höchstzahl ins Stadion drängten. In der Anfield Road gibt es eine Gedenktafel für die Verstorbenen.
Und zuletzt der tragische Unfall-Tod von Diogo Jota im Sommer 2025, nur wenige Wochen nach seiner Hochzeit. Zahlreiche Fans versammelten sich am Stadion, um Blumen, Schals und Botschaften niederzulegen, und es kommen immer noch weitere dazu. Der Verein erklärte, dass Jotas Rückennummer 20 nicht neu vergeben wird. Das Graffiti Forever 20 mit unzähligen Fan-Unterschriften Sybil Road 28 hat mich besonders beeindruckt!



Nicht zu vergessen: Es gibt in Liverpool noch einen weiteren erstklassigen Fußballverein, den FC Everton. Dessen Heimstadion ist der Goodison Park, nur etwas weniger als einen Kilometer von der Anfield Road entfernt. Das Merseyside-Derby zwischen den Reds und den Toffees wird aufgrund der Nähe und Verbundenheit auch als Friendly Derby bezeichnet, oft geht die Trennungslinie durch Familien! Aber das bedeutet nicht, dass es auf dem Platz nicht trotzdem heftig zur Sache geht. Mit über 25 Platzverweisen ist es das Derby mit den meisten roten Karten in der Geschichte der Premier League.
Anreise
Ich komme mit dem Avanti West Coast Zug von London. Die Fahrt von Euston Station nach Liverpool Lime Street Station dauert 2:21, der Zug ist pünktlich. (Wer in Deutschland öfter Zug fährt weiß, wie wertvoll dieser Hinweis ist!)
Das Ticket habe ich vorab über die Trainline-App gekauft. Geht wirklich ganz easy.
Es gibt auch Flüge von Deutschland. Zum Beispiel direkt von Berlin (BER) nach Liverpool (LPL), hauptsächlich von Billig-Airlines wie easyJet und Ryanair. Die Verbindungen sind teilweise saisonabhängig, manchmal muss man in London umsteigen. Alternativ kann man ins benachbarte Manchester (MAN) fliegen und von dort in nur 45 Minuten mit dem Zug fahren (Keinesfalls ohne vorher auch Manchester anzugucken!).
Fazit
Liverpool wirkt an vielen Stellen ziemlich abgerockt. Und das ist die wohlwollende Formulierung. Zum Glück habe ich ein gewisses Faible für Altes. Die roten Backsteingebäude im Hafengebiet zum Beispiel finde ich großartig. Und in Kombination mit den vielen Graffiti richtig cool.
Eine Stadt am Wasser hat immer ihren Reiz. Und ich liebe das allgegenwärtige Mövengeschrei.
Die Liverpudlians habe ich als fröhlich und freundlich wahrgenommen, auch kein Negativpunkt. Die kreative, junge Szene ist hier sehr lebendig. Mein Highlight sind trotzdem die traditionsreichen Philharmonic Dining Rooms!
Kurz: Die Stadt ist nicht nur was für Fußball- oder Beatles-Fans. Aber auch.

