Jugendstil in Leipzig

Leipzig

„Hypezig“. „Die neue It-Stadt“. „Das neue, noch unentdeckte Berlin“. „Klein-Venedig“. – Lauter Begriffe, über die ich bei der Vorbereitung für meinen Städte-Trip nach Leipzig stolpere. Oder: „Das Lebensgefühl hier ist einzigartig! Nicht umsonst gilt Leipzig als eine der angesagtesten Städte Deutschlands.“

Wie soll ich sagen – das klingt doch vielversprechend, oder?

Ein paar Fakten über Leipzig vorweg:

  • Leipzig ist die Musikhauptstadt Deutschlands und eine der wichtigsten Musikstädte Europas: Johann Sebastian Bach war hier Thomaskantor (Leiter des Thomanerchores und Kantor der evangelischen Thomaskirche zu Leipzig), Felix Mendelssohn Bartholdy lebte hier, ebenso Clara Schumann.
  • Richard Wagner wurde hier geboren und begann seine musische Ausbildung in Leipzig.
  • Wolfgang Goethe hat in Leipzig studiert. Sein Faust spielt hier (ich sag nur: Auerbachs Keller!).
  • 1989 begann in Leipzig die Friedliche Revolution
  • historische Passagen wie die Mädlerpassage mit Auerbachs Keller)
  • Leipzig ist eine sehr junge Stadt, hier studieren über 30.000 Studenten.
  • „Hipster-Hauptstadt“ Deutschlands
  • Leipziger Allerlei: Ein traditionelles Gemüsegericht trägt die Stadt im Namen
  • Messestadt: Historisch und heute noch ein wichtiger Messestandort mit internationaler Bedeutung, z.B. Leipziger Buchmesse

Leipziger Hauptbahnhof

Ich erreiche Leipzig an einem Wochentag Anfang November morgens per Zug. Mein Startpunkt zur Erkundung der Stadt ist also der Leipziger Hauptbahnhof. Das ist der größte Kopfbahnhof Europas! Das geht ja schon mal gut los!

Hier gibt es 23 Bahnsteige (eins davon ist ein Museums-Gleis), über 140 Geschäfte und zwei ziemlich eindrucksvolle Eingangshallen (Ost- und Westhalle). Sehr sehenswert sind auch die Räumlichkeiten, in denen sich aktuell eine Starbucks Filiale befindet, in der wohl früher – so vermute ich jedenfalls – die Wartehalle war. Die Deckenvertäfelung ist mein erstes WOW des Tages! 😉

Nikolaistraße

Vom Bahnhof aus mache ich mich zu Fuß auf in Richtung Innenstadt. Zunächst komme ich durch die noch ein wenig verschlafen wirkende Nikolaistraße, eine Fußgängerzone, in der gerade die Geschäfte öffnen.

Meine erste Station ist der Buchladen Siebter Himmel (Nr 33-37). Darauf bin ich sehr gespannt, denn ich liebe den Siebten Himmel, der sich bereits seit 2013 in Köln zu einer festen Größe etabliert hat. Eine großartige Auswahl an Büchern und Designartikeln! Seit ich las, dass es ab 2025 eine weitere Filiale in Leipzig geben soll, bin ich brennend interessiert, sie zu besuchen. Beide sind Concept Stores der Verlagsgruppe Bastei Lübbe. Ich muss aber feststellen, dass ich beide Läden sehr verschieden finde. Der Leipziger Laden hat ein sehr großes, sehr cleanes Ladenlokal, während der Kölner Laden eher dunkel und verwinkelt daher kommt, das Stöbern hier hat mehr was von Entdeckungsreise. Ich glaube, das liegt mir mehr. Jedenfalls verlasse ich die Leipziger Filiale ein wenig enttäuscht.

Richtig toll finde ich statt des Ladens aber das Haus, in dem er sich befindet. Blauer Hecht ist der Name des Geschäftshauses. Es steht unter Denkmalschutz.

Ein paar Häuser weiter begeistert mich das Zeppelinhaus (Nr 27/29). Auch dieses steht unter Denkmalschutz.

Leipziger Passagen

Gleich gegenüber des Siebten Himmels „entdecke“ ich Steibs Hof und kurz dahinter Oelßner’s Hof, zwei höchst attraktive Passagen. Überhaupt – ich bin viel mehr von den vielen, tollen Jugendstil-Elementen und anderen architektonischen Details fasziniert, als von den Geschäften der Fußgängerzone.

Ich hatte vorher gar nicht gewußt, dass es in Leipzig so viele, noch dazu so schöne Passagen gibt! Bin regelrecht aufgeregt vor lauter Entdeckerdrang! 😉

Im Nachgang habe ich ein bisschen über die Leipziger Passagen gelesen. Sie entwickelten sich um die vorletzte Jahrhundertwende im Zusammenhang mit der Entstehung innerstädtischer Messehäuser. Sie basieren häufig auf alten Durchgangshöfen.

Die Passage Oelßner’s Hof beherbergte laut Homepage schon Bäcker, Buchdrucker, eine Messerschmiede, Gastwirte, Zobelfärber, Ratswaagenschließer, Kürschner und Rauchwarenhändler. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Passage bei einem Bombenangriff schwer beschädigt. Nach der Wende stand Oelßner’s Hof über viele Jahre leer und war dem Verfall preisgegeben. Erst ab 2012 wurde er saniert und präsentiert sich seither in alter Pracht.

Steib’s Hof stammt aus dem Jahr 1907. Er wurde nach den Entwürfen des Leipziger Baumeister Felix Steib mit der Absicht gebaut, es als Messehaus zu nutzen. Tatsächliche etablierte sich hier aber der Pelzhandel, wie in vielen der umliegenden Gebäuden.

Noch ein paar Meter weiter, gegenüber der Nikolaikirche, liegt der Speck’s Hof. Er gilt als die älteste erhaltene Ladenpassage Leipzigs und ist (auch) super-attraktiv. Unbedingt durch die Gänge und verschiedenen Höfe laufen!

Die vermutlich am meisten besuchte Passage der Messestadt ist die Mädlerpassage. Sie befindet sich nicht in der Nikolaistraße, sondern um die Ecke in der Grimmaische Str. 2-4, zentral gegenüber dem Naschmarkt und dem Alten Rathaus. Sie ist eine der wenigen vollständig erhaltenen und eine der prachtvollsten Ladenpassagen.

Auerbachs Keller

Viele Besucher kommen allerdings in die Mädlerpassage, weil sich hier das Restaurant Auerbachs Keller befindet. Es existiert bereits seit dem 16. Jahrhundert und ist die zweitälteste Gaststätte Leipzigs.

Das renommiertes Weinlokal ist weltbekannt durch Goethes Faust. Goethe kehrte hier während seines Studiums regelmäßig ein und wählte das Lokal als Schauplatz für Treffen zwischen Faust und Mephisto. Gleich am Eingang der Passage stehen Figuren der beiden auf der einen Seite und eine Gruppe „verzauberter“ Studenten auf der anderen Seite. Sie stammen vom Bildhauer Mathieu Molitor.

Auch Martin Luther soll in Auerbachs Keller zu Gast gewesen sein.

Die Nikolaikirche

Aber zurück in die Nikolaistrasse, denn hier gibt es noch einen geschichtlichen Hochkaräter zu entdecken, die Nikolaikirche (ev.).

Sie ist die älteste und mit gut 1400 Sitzplätzen die größte Kirche in der Leipziger Innenstadt. Ihr Turm ist 75 Meter hoch. Ihre barock-klassizistische Innengestaltung ist durchaus sehenswert, besonders das in Weiß, Rosa und Pastell-grün gehaltene Deckengewölbe. Ich muss ein bisschen an Baiser-Torten denken…

Johann Sebastian Bach war hier aktiv, bevor ein eigener Kantor für die Kirche eingestellt wurde. Danach konzentrierte sich Bach auf seine Tätigkeit in der Thomaskirche.

Die Nikolaikirche ist jedoch noch aus einem weiteren Grund sehr geschichtsträchtig. Im Herbst 1989 war sie der zentrale Ausgangspunkt für die friedliche Revolution in der DDR, die mit den Montags-demonstrationen und -gebeten begann, bei denen die Menschen für Freiheit, Meinungsfreiheit und freie Wahlen auf die Straße gingen. Sie führte schließlich zum Berliner Mauerfall am 9. November 1989 und der Wiedervereinigung Deutschlands.

Der Gedanke daran macht mir Gänsehaut!

Kaffeehaus Riquet

Über das Schuhmachergässchen laufe ich in Richtung Naschmarkt. Dabei komme ich an der Ecke Reichsstraße zum Riquethaus.

Die Riquet & Co. AG war ein auf den Vertrieb von Kakao, Schokoladen und Pralinen spezialisiertes Unternehmen, das sich hier 1908 vom Architekten Paul Lange ein eigenes Geschäftshaus bauen ließ.

Wie soll ich sagen – ich habe selten beeindruckendere Gebäude gesehen, als dieses Haus. Feinster Jugendstil, außergewöhnliche Fassadengestaltung mit farbigen Mosaiken und großer Fensterfront, durch die man ins Kaffeehaus gucken kann, das sich dort seit 1996 befindet, und den Gästen beim Verzehr von Kakao/Kaffee/Tee und (Schokoladen-)Torten zusehen kann. Wie sollte das denn zu toppen sein?!?

Gekrönt wird das Ganze aber tatsächlich noch von zwei lebensgroßen Elefanten-Köpfen, die den Eingang bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts schmücken. Ein ganz fettes WOW!

Marktplatz, Naschmarkt und Altes Rathaus

Jetzt komme ich zum Zentrum-Zentrum der Leipziger Innenstadt. Zentraler geht’s nicht. Zwei große, repräsentative Plätze liegen gleich nebeneinander, nur getrennt durch das Alte Rathaus.

Naschmarkt

Der kleinere der beiden Plätze ist der Naschmarkt. Am einen Ende steht das zauberhafte Gebäude der Alten Börse, und davor ein Standbild von Johann Wolfgang von Goethe, der von 1765-68 in Leipzig studierte.

Am anderen Ende befindet sich die bereits oben erwähnte Mädlerpassage mit Auerbachs Keller. Sie liegt an der Fußgänger- und Einkaufsstraße Grimmaische Straße.

Alte Börse Leipzig

Linke Hand neben dem Eingang der Passage befindet sich das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig, ein Museum über die Geschichte der deutschen Teilung, das Leben in der DDR und die Wiedervereinigung.

Davor steht der „Jahrhundertschritt“, eine von vier Bronzeplastiken des Künstlers Wolfgang Mattheuer aus dem Jahr 1984. Sie gilt als „eines der bedeutendsten Kunstwerke der DDR zu Zeiten der Deutschen Teilung, ein Sinnbild für die Zerrissenheit des 20. Jahrhunderts“.

Den Blick nochmal zurück in Richtung des Platzes, gibt es noch den Löwenbrunnen zu sehen. Hier stehen oft Straßenkünstler, die ihr Können zeigen.

Ein kurzer Abstecher in die Einkaufsstraße bringt mich zu einer modernen Filiale von Goldhelm Schokoladen, einer Schokoladenmanufaktur, die ihren Sitz auf der Krämerbrücke im thüringischen Erfurt hat. Auf deren Website heißt es: „Eine Schokoladenmanufaktur, die alle Sinne berührt. Wo man die Liebe schmeckt, die aufgewendet wurde. Goldhelm soll die Welt ein bisschen schöner machen. Liebe steht bei Goldhelm auf der Zutatenliste.“

Altes Rathaus

Nachdem ich ein paar Pralinen kaufen mußte, laufe ich wieder zurück – vorbei am Naschmarkt – zum Alten Rathaus. Nachdem Bürgermeister und Stadtverwaltung bereits 1905 ins Neue Rathaus umgezogen sind, beherbergt das alte heute das Stadtgeschichtliche Museum Leipzigs.

Das Gebäude gilt als einer der bedeutendsten deutschen Profanbauten der Renaissance. Bemerkenswert finde ich den Umstand, dass das Rathaus eine – auch aus heutiger Sicht – sensationell kurze Bauzeit hatte: von März bis November des Jahres 1556! Allerdings: Der Innenausbau erfolgte später und dauerte länger. Trotzdem! 😉

Eine Besonderheit ist die umlaufende Inschrift auf der Außenwand des Gebäudes. Ursprünglich stammte sie aus dem Jahr 1672, damals noch aufgemalt. Später, Anfang des 20. Jahrhunderts, wurden die Buchstaben durch Messingbuchstaben ersetzt.

Auf der Website heißt es: „Das Alte Rathaus als Teil des Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig ist neben den Kirchen von St. Thomas und St. Nikolai die authentischste Bachstätte Leipzigs. … Im Alten Rathaus wurde Bach 1723 zum Thomaskantor gewählt; hier unterschrieb er seinen Vertrag und leistete seinen Amtseid.“

Öffnungszeiten: Di – So, 10-18 Uhr, der Eintritt ist frei.

Marktplatz

Weiter geht es zum Markt. Der macht heute seinem Namen Ehre – es gibt einen Wochenmarkt, auf dem jetzt lebhaftes Treiben herrscht. Inzwischen ist Mittagszeit und halb Leipzig scheint unterwegs zu sein, um hier Fisch oder eine Bratwurst (o.ä.) zu essen – oder einfach zum Wocheneinkauf.

Thomaskirche

Vom Markt geht es für mich weiter über die Thomasgasse zur Thomaskirche. Sie ist – zusammen mit der Nikolaikirche – eine der beiden Hauptkirchen Leipzigs (ev.). Ihr markanter 68 Meter hohe Turm prägt das Stadtbild. Das Innere der Kirche wurde zum Ende des 19. Jahrhunderts neugotisch umgestaltet, dabei wurde die vormals barocke Ausstattung entfernt.

Der zur Kirche gehörende Thomanerchor wurde 1212 gegründet, womit er einer der ältesten Knabenchöre Deutschlands ist. Kein geringerer als Johann Sebastian Bach war hier von 1723 bis zu seinem Tod 1750 als (Thomas-)Kantor tätig. Dessen Gebeine sollen sich in der Kirche befinden (allerdings gibt es Zweifel an der Echtheit der Gebeine).

1539 predigte Martin Luther in dieser Kirche anlässlich der Einführung der Reformation. Und 1871 wurde hier Karl Liebknecht getauft. Schriftliche Taufpaten waren Karl Marx und Friedrich Engels.

Das sind doch mal bekannte Größen – und das alles in der selben Kirche! Zeit für ein weiteres WOW!

Vor dem Seiteneingang der Kirche steht ein Denkmal für Johann Sebastian Bach. Ein älteres Bach-Denkmal aus dem Jahr 1843, das mit Unterstützung Felix Mendelssohn Bartholdys entstand, steht in dem kleinen Park vor dem Haupteingang.

Gegenüber des Bach Denkmals befindet sich in dem gelb gestrichenen Haus mit Glas-Erker das Bach Museum. Es wurde 1985 eröffnet. Im Jahr 2000 wurde es renoviert und mit moderner Technik ausgestattet.

Geöffnet hat das Museum Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet 10,- (Stand 2025). Tipp: Jeden ersten Dienstag im Monat ist der Eintritt frei! Mehr Infos gibt es auf der Website des Museums.

Holocaust Memorial

An der Ecke Zentralstraße/Gottschedstraße komme ich zufällig am Holocaust Denkmal vorbei. Hier stehen 140 leere Stühle an der Stelle, an der bis 1938 die Synagoge der jüdischen Gemeinde Leipzigs stand. Die Betonplatte, auf der die Stühle stehen, zeigt den Grundriss des Gebäudes.

Die bronzenen Stühle stehen stellvertretend für all jene Menschen, die es nach dem Holocaust nicht mehr gab.

Das Denkmal wurde 2001 von den Künstlern Sebastian Helm und Anna Dilengite entworfen.

Holocaust Memorial Leipzig

Zwei Café-Tipps: Café Luise und PILOT

Es wird Zeit für eine Pause! Dafür habe ich gleich zwei Tipps. Einmal das hübsche Café Luise und das Restaurant PILOT, das einen ausgezeichneten Mittagstisch anbietet.

Durch die Nähe zum Schauspielhaus gibt es hier übrigens eine hohe Promi-Dichte. Das ist allerdings nicht das, was mir am PILOT besonders gut gefällt, eher ist es das Interieur, das sehr aufmerksame und super-freundliche Personal und das leckere Essen!

Museum in der „Runden Ecke“

Auch meinen nächsten Stop finde ich eher zufällig. Es ist das Museum in der „Runden Ecke“.

Es steht für ein anderes spannendes Kapitel Deutscher Geschichte: Zu DDR-Zeiten war hier der Sitz der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit. Folgerichtig beherbergt es heute (seit 1990) ein Museum über die Geschichte, Struktur und Arbeitsweise des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in der DDR.

Adresse: Dittrichring 24. Geöffnet ist täglich von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet 5,- (Stand 2025), eine Führung per Audioguide ist inklusive. Mehr Infos gibt es auf der Website.

Neues Rathaus

1905 – in der Blütezeit der Stadt – zog die Stadtverwaltung Leipzigs vom Alten ins Neue Rathaus um. Die 900 Amtstuben und vielen repräsentativen Säle spiegeln das Selbstbewusstsein der Stadt zu jener Zeit wider. Für 15 Euro kann man an einer Führung durch die Räumlichkeiten teilnehmen.

Der Turm des Neuen Rathauses gilt mit seinen 114,7 (!) Metern als höchster Rathausturm Deutschlands. Er ist eines der wichtigsten Wahrzeichen Leipzigs. Der Turm kann unter der Woche jeweils um 14 Uhr im Rahmen einer Führung bestiegen werden. Zusätzlich findet jeden Sonntag um 10:30 Uhr ein Rundgang mit Turmbesteigung und zusätzlicher Besichtigung der Kasematten in acht Metern Tiefe statt.

Uni Leipzig

Die Universität Leipzig wurde 1409 gegründet. Damit ist sie eine der ältesten Unis Europas und die zweitälteste Deutschlands. Studierende haben die Wahl zwischen gut 150 verschiedenen Studiengängen. Über 30.000 Studierende sind an 14 Fakultäten eingeschrieben. Das macht sich auch im Stadtbild bemerkbar. Leipzig ist eine junge Stadt!
Kurz: Die Universität Leipzig ist eine traditionsreiche, aber moderne Universität mit modernen Campus-Gebäuden und breitem Fächerangebot, die auch internationale Studierende anzieht. Es könnte deutlich schlechter kommen, als in Leipzig einen Studienplatz zu ergattern! 😉

Neben Angela Merkel studierten auch Leibniz, Goethe und Lessing an der Uni Leipzig!

Panoramatower

Der Panoramatower ist mit seinen 142,5 Metern das höchstes Gebäude Leipzigs und sein auffälligstes Wahrzeichen. Wirklich schön ist das Hochhaus nicht, aber der Blick von seiner Aussichtsplattform in der 31. Etage auf die Stadt ist nahezu unschlagbar. In der Zeit von 1968 bis 1972 war es übrigens das höchste Gebäude Deutschlands (heute allerdings nur noch auf Platz 24)!

Es wurde 1972 nach dem Entwurf des Architekten Herrmann Henselmann gebaut, der unter anderem auch den Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz entworfen hat. Ursprünglich gehörte es zur nahen Uni, heute allerdings nicht mehr. Seine Form sollte an ein aufgeschlagenes Buch erinnern. Sie trug ihm Spitznamen ein wie „Weisheitszahn“, „Uniriese“ oder „Steiler Zahn“.

Der Eintritt für die Aussichtsplattform beträgt pro Person 5,00 Euro (Stand 2025).

Völkerschlachtdenkmal

Eine der Sehenswürdigkeiten in Leipzig ist das Völkerschlachtdenkmal, etwas außerhalb des Stadtzentrums, südöstlich gelegen zwischen dem Wilhelm-Külz-Park und dem Südfriedhof. Ein monumentales Denkmal, das an die Völkerschlacht von 1813 erinnert, bei der die Truppen Preußens, Österreichs, Schwedens und Russlands im Zuge der Befreiungskriege den entscheidenden Sieg über Napoleon errungen. Mehr als 600.000 Soldaten aus über 20 Völkern kämpften auf den Feldern vor den Toren der Stadt.

Das Ergebnis war, dass mehr als 100.000 Menschen verletzt oder getötet wurden. In der weiteren Folge kam es zu einer großen Typhus-Epidemie, bei der weitere zehn Prozent der Leipziger Bevölkerung ihr Leben verloren.

Völkerschlachtsdenkmal Leipzig

Szeneviertel

Die Fülle an klassischen Sehenswürdigkeiten in Leipzig ist so groß, dass es leicht passieren kann, das, was Leipzig zusätzlich besonders attraktiv macht, nämlich die sehr urbanen Szeneviertel der Stadt, zu verpassen. Das wäre schade! Oder ein passender Grund für den nächsten Trip nach Leipzig!

Südvorstadt

Die Südvorstadt ist besonders beliebt bei Nachtschwärmern, da sich hier eine besonders hohe Kneipendichte befindet. Das Herzstück ist die Karl-Liebknecht-Straße, unter Freunden auch Karli.

Sehr beliebt und – weiß Gott – kein Geheimtipp (mehr) ist die Feinkostgenossenschaft. Für die, die sie nicht kennen, mag der Name etwas irreführend sein. Trüffel, Kaviar und Champagner sucht man hier vergebens. Der ehemalige Firmensitz der VEB Feinkost Leipzig ist heute ein angesagtes Kulturzentrum mit viel StreetArt wie Graffiti oder spaßigen Automaten. Mein Favorit: „Übelst feste Drücken“ für Daumenkinos!

„Die im Volksmund als „Löffelfamilie“ bekannte Leuchtreklame des VEB Feinkost Leipzig wurde 1973 am Firmensitz in der Karl-Liebknecht-Straße errichtet. 1993 wurde sie zum Kulturdenkmal erklärt, 1999 und nochmals 2011 saniert. Seit 2008 hat der Verein Löffelfamilie e.V. die Aufgabe übernommen, die Löffelfamilie zu erhalten und zu betreiben. … Die Löffelfamilie wird von einer Astro-Uhr gesteuert und schaltet sich für 90 Minuten nach Einbruch der Dämmerung ein. Dabei kann man sich nach der sogenannten “bürgerlichen Abenddämmerung” richten: wenn diese vorbei ist, d.h. wenn man nicht mehr im Freien lesen kann, dann ungefähr schaltet sich die Löffelfamilie ein. Und leuchtet, wie gehabt, für anderthalb Stunden.“ (Quelle: Löffelfamilie)

Sehr attraktiv finde ich den Gebraucht-Möbel-Laden Goldstein & Co. auf dem Gelände. Mein Wunschtraum: Dort einkaufen, ohne dass Geld eine Rolle spielt.

Andere Läden/Cafés, die es mir auf der Karl-Liebknecht-Straße und in den umliegenden Seitenstraßen angetan haben, sind die Gaststätte Kollektiv, Café Maître oder Mein liebes Frollein (Fichtestraße 15). Großartig die alten Kacheln in der Alten Fleischerei (Kurt-Eisner-Straße 17).

Connewitz

Weiter südlich schließt sich das alternative Viertel Connewitz an. Im Laufe der letzten Jahr sind viele Arbeiter, Studenten und Kreative hierher gezogen, da die Mietpreise noch relativ günstig sind. So hat sich Connewitz zu einer Art „Epizentrum der Alternativkultur“ entwickelt.

Die Lebensqualität hier ist recht hoch, dazu gehört auch die Nähe zu den Wasserwegen des Elster- und Pleiße-Auwalds, der grünen Lunge von Connewitz. Eignet sich perfekt auch für Wassersport-Freunde!

Ein toller Schreibwarenladen (meine Vorliebe für solche Läden hat sich vielleicht inzwischen rumgesprochen?!) ist übrigens Blaupause Leipzig in der Bornaische Str. 3C. Großartiger Laden!

Plagwitz

Plagwitz, im Westen der Stadt, gehört derzeit zu den angesagtesten Vierteln in Leipzig. Der Stadtteil ist eine Hochburg der Kreativkultur mit einer bunten Mischung aus alten Fabriken, verlassenen Industriegeländen, Kunstinitiativen, Start-Ups und dazwischen viel Altbau, Grün und Wasser. Top Location ist die alte Baumwollspinnerei, in der heute Ateliers, Werkstätten und Kunst-Galerien Raum gefunden haben.

Die Hauptstraßen des Kiezes sind die Karl-Heine-Straße und die Zschocherscher Straße. Es wimmelt von netten Cafés, Geschäften und Imbissen – vieles leicht angeschmuddelt und alternativ angehaucht, aber definitiv sehr cool.

Mein Highlight ist der Conceptstore Hafen in der Karl-Heine-Straße 75.

Toll im Sommer ist eine Bootstour auf dem Karl-Heine-Kanal.

Cafe-Tipp: Café Dankbar im Waldstraßenviertel

Unbedingt muss ich noch dieses ZAUBERHAFTE kleine Café im Waldstraßenviertel erwähnen: Eine echte Entdeckung für mich ist das Café Dankbar. Es befindet sich in einer ehemalige Fleischerei. Von Außen läßt sich kaum erkennen, dass sich in deren Räumlichkeiten inzwischen ein Café befindet. Die zauberschönen Jugendstilfliesen an den Wänden und der Schriftzug FLEISCHEREI sind noch erhalten. Theke, Tische und Stühle aber sind neu. Ein besonderes Highlight ist die alte Decke!

Das nächste WOW des Tages!

Leipziger Buchmesse

Die Leipziger Buchmesse ist Deutschlands wichtigster Frühjahrs-Literaturtreff, der Leser, Autoren und Verlage zusammenbringt. Anders als die Frankfurter Buchmesse ist sie stark publikumsorientiert und bietet neben dem Buchverkauf auch ein großes Rahmenprogramm mit Lesungen und Podiums-Diskussionen, oft mit prominenten Gästen. Hier stehen besonders junge Leser (Gen Z) im Fokus.
Zeitgleich zur Messe finden im Rahmen von „Leipzig liest“ in der ganzen Stadt Lesungen statt.

2025 war ich (bei einem anderen Leipzig-Aufenthalt) erstmalig auf der Leipziger Buchmesse. Ein Spektakel! Mir hat allerdings die zeitgleich stattfindende Manga Comic Con mit ihren kreativ kostümierten Besuchern noch besser gefallen.

Die nächste Leipziger Buchmesse findet vom 19. bis 22. März 2026 statt. Den Samstag sollte man meiden – da ist es nahezu unerträglich voll!

Fazit

Ich bin regelrecht geflasht von der Vielseitigkeit Leipzigs. So viel Geschichte, so viel großartige Architektur! Und so viele tolle kleine Läden und Cafés! Ich möchte schnellstmöglich wieder nach Leipzig, am besten im Sommer, um die Lage am Wasser besser ausnutzen zu können. Und (mind.) einen der vielen Biergärten!

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