Aalborg

Aalborg ist die Hauptstadt Nordjütlands. Sie ist mit knapp 120.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Dänemarks – nach Kopenhagen, Aarhus und Odense. Über die Limfjordsbroen (dt. Limfjord Brücke) ist Aalborg mit Nørresundby verbunden. Nørresundby liegt auf der nördlichen Seite des Limfjordes und vergrößert die Monopolregion um weitere 23.000 Einwohner.

Übrigens unterhält Aalborg 33 Städtepartnerschaften, u.a. mit dem isländischen Húsavík, dem schottischen Edinburgh und der deutschen Hansestadt Wismar!

Gammeltorv und Budolfi Kirke

Der Gammeltorv (dt. Alter Markt) war früher der Markt- und Gerichtsplatz. In Mitte des Platzes steht ein Obelisk, der den geographischen Mittelpunkt der Stadt darstellt. In der Weihnachtszeit findet hier ein netter, kleiner Weihnachtsmarkt statt.

Zwischen Gammeltorv und Hauptstraße Aalborgs, der Algade, steht die Budolfi Kirke aus dem 15. Jahrhundert. Sie ist zugleich der Dom von Aalborg und damit Dänemarks kleinster Dom.

Der weiß getünchte Backstein verleiht dem Bau sein charakteristisches Aussehen, die barocke Turmspitze prägt (u.a.) die Silhouette der Stadt. Vom Glockenturm erklingt jeweils zur vollen Stunde ein Glockenspiel.

Gleich nebenan steht der eindrucksvolle Klinkerbau der Sparkassen Danmark von 1908.

Aalborg Kloster (Heiliggeistkloster)

Nördlich vom Gammeltorv liegt der C.W. Obels Plads, ein hübscher, kleiner Platz mit alten Häusern und reich bestuhlter Außengastronomie. Obwohl der C. W. Obels Plads mitten in der Stadt liegt, spürt man hier wenig vom geschäftigen Treiben in der parallel verlaufenden Einkaufsstraße Bispensgade.

Am Platz befindet sich – ein bisschen versteckt – der Zugang zum Aalborg Kloster. Gegründet wurde das (ehemals katholische) Kloster 1431.

Maren Hemmings, eine reiche und philanthropisch veranlagte Aalborgerin, vermachte der Stadt dieses Grundstück, um ein Hospiz für Arme, Kranke und Bedürftige einzurichten. Es ist die älteste Sozial-Einrichtung Dänemarks.

1434 wurde das ursprüngliche Gebäude bei einem Feuer zerstört. Danach entstand der noch heute erhaltene Bau. Bis 1500 wurde er fertig gestellt, inklusive der beiden Gärten, dem Nonnen- und dem Mönchsgarten. 1451 wurde das Kloster in den Orden des Heiligen Geistes aufgenommen.

„Nach der Reformation wurde das Kloster in das Diözesankrankenhaus umgewandelt. In den ehemaligen Mönchsquartieren wurde eine Lateinschule mit Zugang über die Adelgade eingerichtet, die bis 1848 in Betrieb war. Unter dem Namen Aalborger Domschule unterrichtet sie bis heute die Jugend der Stadt. Die Klosterkirche, die den Mönchsgarten im Süden umschloss (wo sich die Lateinschule befindet), wurde nach der Reformation abgerissen. Das Mauerwerk wurde zum Hafen transportiert und dort für den Bau des Schlosses Aalborg verwendet. Später wurde am westlichsten Flügel eine neue Kapelle angebaut – heute ist sie ein Anbau des Aalborger Doms.“ (Quelle: Website)

Wärend des 2. Weltkrieges gründete sich hier die erste Widerstandsruppe Dänemarks, der Churchill Club. Er bestand vorwiegend aus 14- bis 17-jährigen Jungen der Domschule.

Im Mai 1942 wurde die Gruppe verhaftet und im Gefängnis von Aalborg inhaftiert. Während der Haft setzten führten sie weitere Sabotagetätigkeiten wie Waffendiebstahl, Vandalismus oder Brandstiftung aus. Dabei durchsägten sie ihr Zellengitter und kehrten immer wieder in ihre Zellen zurück. Bestes Alibi! Später wurden sie entdeckt und zu Gefängnisstrafen verurteilt. Auch zu dieser interessanten Geschichte gibt es weitere Infos auf der Website des Klosters (auf Dänisch und Englisch).

Heute hat das Kloster zwar keine religiöse Funktion mehr, wohl aber eine soziale: In der sehr gepflegten Anlage befinden sich 27 Senioren-Wohnungen. Links neben dem Haupteingang ist eine Tür, durch die man in den Gewölbekeller kommt. Bei meinem letzten Besuch stand sie offen und ich bin einfach hinein gegangen. Ich bin nicht sicher, ob das immer möglich ist, oder ob ich einfach Glück hatte…?!

Jens Bangs Stenhus & Jørgen Olufsens Gård

Eins der schönsten und bekanntesten Häuser der Stadt ist das Jens Bangs Stenhus in der Østerågade 9. Es gehörte dem wohlhabenden Kaufmann Jens Bang, der hier bis zu seinem Tod 1644 lebte. Sein älterer Halbbruder war Bürgermeister von Aalborg. Es wird gemunkelt, dass Bang mit dem Bau dieses prachtvollen Gebäudes an exponierter Stelle versuchte, seinen Bruder zu übertrumpfen. Dieser hatte seinerseits ein Stück die Strasse runter (Østerågade 25A) ein großes Haus gebaut, das als Jørgen Olufsens Gård bekannt ist. Was auch immer die Motivation war – das Haus ist überaus hübsch! (Das andere übrigens ebenfalls.)

Von 1666 bis 2014 befand sich im Jens Bangs Stenhus die älteste Apotheke Aalborgs, die Schwanenapotheke. Unter dem Dach befindet sich die Apotekersamlingen, ein kleines Apothekenmuseum mit alten Werkzeugen, Medikamenten und Gläsern. Als ich zuletzt da war, war es geschlossen und es fanden Renovierungsarbeiten statt. Ich bin nicht sicher, ob das Museum noch existiert… Die hübschen Schwäne der einstigen Apotheke existieren aber definitiv noch!

Das Renaissance-Kaufmannshaus Jørgen Olufsens Gård aus dem Jahr 1616 ist einer der am besten erhaltenen Höfe seiner Zeit in Dänemark. An der Eisenstange, die im Tor zur Østerågade hin zu sehen ist, hing damals eine Waage, mit der die Kunden selbst kontrollieren konnten, dass beim Kaufmann Jørgen Olufsen alles mit rechten Dingen zuging.

Vor Frue Kirke (Kirche Unserer Lieben Frau)

Die Vor Frue Kirke stammt ursprünglich aus dem Mittelalter, damals war sie Teil des Vor Frue Benediktinerklosters und hieß noch Mariakirken. Im späten 15. Jahrhundert wurde sie im Stil der Backsteingotik umgebaut. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die inzwischen heruntergekommene und baufällige Kirche abgerissen und neu gebaut. 1878 entstand die Vor Frue Kirche in ihrer heutigen Form nach Plänen des Architekten Johannes Emil Gnudtzmann im neoromanischen Stil.

Zusammen mit dem Budolfi Kirche ist die Vor Frue Kirche im alten Aalborg-Wappen symbolisiert.

Die Kirche bietet Platz für bis zu 600 Personen. Sie verfügt über eine kunstvolle Orgel.

Hjelmerstald

Wunderschöne, kleine, alte, bunt gestrichene Altstadthäuser in Kombination mit Kopfsteinpflaster gibt es in der kleinen Gasse Hjelmerstald oder in der Peder Barkes Gade, neben der Vor Frue Kirke.

Die Hjelmerstald war ursprünglich im 17. Jahrhundert als Stallbereich angelegt. Die kleine Winkelgasse ist heute ein beliebtes Wohnviertel mit gemütlicher Atmosphäre und charmanten kleinen Häusern, die bei Touristen ein beliebtes Fotomotiv sind. Die Häuser in Hjelmerstald sind klein, märchenhaft und unglaublich schön, was es fast unmöglich macht, nicht durch die Fenster zu schauen, heißt es bei Enjoy Jordjylland. (Ich hab tatsächlich widerstanden – ich finde das pietätlos…)

Jomfru Ane Gade

Die Kneipenmaile von Aalborg ist die Jomfru Ane Gade (Jungfrau-Anne-Straße), eine malerische, nur 150 Meter lange Altstadtgasse mit hübschen Fachwerkhäusern aus dem späten 16. Jahrhundert. Hier reihen sich eine Kneipe, Sportbar, Restaurant und Disco an die andere. Bei der einheimischen Jugend heißt sie nur „Gaden“ (die Straße).

Die trüben Bilder bitte ich zu entschuldigen – ich hatte keine anderen. Bitte davon nicht abschrecken lassen! 😉

Auch ein Abstecher in die umliegenden Straßen, zum Beispiel Bispensgade und Gravensgade, lohnen sich!

Salling Kaufhaus

Am Nytorv 8 befindet sich das große, eher hochpreisige Kaufhaus Salling, die Filiale einer dänische Warenhaus-Kette. Es gibt eine ausgezeichnete Abteilung für Wohnbedarf mit vielen gängigen dänischen Design-Marken. Keinesfalls verpassen sollte man die Dachterrasse, von der aus man einen herrlichen Blick über die Stadt hat! Zugegeben, mit dem Rooftop-Garten seiner großen Schwester in Århus (siehe hier) kann diese nicht mithalten, nett ist sie aber auch!

Waterfront

Nachdem der Gewerbehafen Richtung Osten verlagert wurde, hat sich das Stadtbild am Ufer des Limfjords deutlich verändert. Die alten Hafenanlagen wurden abgerissen, stattdessen stehen dort jetzt moderne Wohn- und Bürogebäude.

Eine breite Promenade führt von der Limfjordsbroen (Brücke über den Limfjord) zum Østre Havn. Die Sitzflächen am Kai sind angesagter Treffpunkt für Jung und Alt und auch immer mehr Restaurants eröffnen hier.

Der erste Neubau war das Utzon Center, ein Zentrum für Design und Architektur mit verschiedenen Ausstellungen (u.a. eine Dauerausstellung über das Leben und Schaffen Jørn Utzons), einem Restaurant und einem Shop für dänisches Design. Entworfen wurde es vom dänischen Architekten Jørn Utzon (1918-2008), dessen berühmtester Entwurf der des Opernhauses in Sydney ist.

Einige Meter weiter findet sich ein weiteres architektonisches Highlight – das Musikkens Hus (Haus der Musik), ein spektakulär gestalteter Konzertsaal. Es wurde vom österreichischen Architektenkollektiv coop himmelb(l)au entworfen. Auf neun Stockwerken verfügt das Gebäude u.a. über vier Konzertsäle, fünf Bühnen und ein Restaurant.

Im ehemaligen Kraftwerk, das in zweiter Reihe hinter dem Musikkens Hus liegt, befindet sich inzwischen ein hippes Sport- und Kulturzentrum mit Tischtennisplatten, Kicker, Kletterwand und diverse Sporthallen. Im 13. Stock gibt es die Möglichkeit für einen tollen Blick über die Stadt.

Schloss Aalborghus

In direkter Nachbarschaft zum modernen Utzon Center befindet sich das Fachwerk-Schloss Aalborghus. Es stammt aus dem Jahr 1555 und wurde im Auftrag des Königs Christian III. als Festung errichtet. Später ließ es Christian IV. zum Wohn- und Verwaltungssitz der norddänischen Provinzgouverneure umbauen. Als Königssitz wurde es nie genutzt.

Das Gelände ist sehr beschaulich und idyllisch. Ein krasser Gegensatz zur neuen, hochmodernen Uferpromenade.

Aalborghus Schloss

Fazit

Aalborg ist eine wirklich wunderbar lebendige Stadt, mit großem Angebot an Cafés und Restaurants, Kultur und Shopping-Möglichkeiten. Bestens kombinierbar mit einem Standurlaub in Nordjütland!

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